Helfen, den Lebensraum zu erhalten Zu Hause gesucht: Hilfe für den Steinkauz

Jüchen · Leise, fast unbemerkt, verschwindet mit dem Steinkauz eine charakteristische Art unserer Kulturlandschaft. Als sogenannter „Kulturfolger“ lebt er seit Jahrhunderten in unmittelbarer Nähe des Menschen und ist eng mit traditionellen Obstwiesen und extensiv genutzten Flächen verbunden.

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Umso größer ist die Freude beim NABU Jüchen über die Exemplare, die noch im Stadtgebiet nachgewiesen werden können. Sie sind ein Hoffnungsschimmer – und zugleich ein deutliches Zeichen dafür, wie dringend ihr Lebensraum geschützt werden muss.

Der Steinkauz ist auf extensiv gepflegte Obstwiesen angewiesen. Hier findet er offene Jagdflächen, ein reiches Angebot an Insekten und Kleinsäugern sowie geeignete Strukturen für die Aufzucht seiner Jungen. Da natürliche Baumhöhlen heute kaum noch vorhanden sind, kommt alten Obstbäumen eine besondere Rolle zu: Sie tragen häufig künstliche, vergleichsweise schwere Bruthöhlen, die dem Steinkauz sichere Brutplätze bieten.

Doch viele dieser alten Bäume sind geschwächt, nicht mehr standfest oder gehen nach und nach verloren. Damit drohen bestehende Brutplätze wegzubrechen. Gleichzeitig fehlt der Nachwuchs an Bäumen, der diese Aufgabe in Zukunft übernehmen könnte. Junge Obstbäume müssen heute gepflanzt werden, damit sie in einigen Jahrzehnten stark genug sind, um selbst Bruthöhlen zu tragen. Ohne diesen langfristigen Aufbau verliert der Steinkauz seinen Lebensraum Schritt für Schritt.

Der Steinkauz gilt als besonders schützenswert, weil er ein wichtiger Indikator für eine artenreiche und naturnahe Landschaft ist. Wo er lebt, profitieren auch viele andere Tier- und Pflanzenarten. Sein Schutz steht daher stellvertretend für den Erhalt traditioneller Kulturlandschaften und lebendiger Obstwiesen.

Der NABU Jüchen sucht deshalb Menschen, die bereit sind, ihre Grundstücke naturnah zu entwickeln – durch das Pflanzen hochstämmiger Obstbäume, die Pflege bestehender Obstwiesen und den Erhalt alter Bäume. Jeder neu gepflanzte Baum ist eine Investition in die Zukunft des Steinkauzes. Interessierte Grundstückseigentümer können sich für Beratung und Unterstützung an den NABU Jüchen wenden (Paul Quack und Anja Peltzer: 0177/5 97 98 40 oder 0157/3 06 43 39 96).