Neuanfang nach der Pandemie „Die Menschen haben wieder Bock auf Live-Musik!“

Königshoven · Man konnte bereits bei der Generalprobe zum Herbstkonzert in der Königshovener Bürgerhalle die besondere Anspannung bei den Sängern hinter den Kulissen wahrnehmen: Klar, nach drei Jahren Zwangspause durch die Pandemie war der ein oder andere Sänger vielleicht aus der Übung gekommen und musste sich erst wieder an die Bühnenluft gewöhnen.

 Der MGV Quartettverein Königshoven freute sich gemeinsam mit Chorleiter Sergio Ruetsch endlich wieder Bühnenluft in der Königshovener Bürgerhalle schnuppern zu können.

Der MGV Quartettverein Königshoven freute sich gemeinsam mit Chorleiter Sergio Ruetsch endlich wieder Bühnenluft in der Königshovener Bürgerhalle schnuppern zu können.

Foto: Speuser

Und dann war da noch der Chorleiterwechsel – der allerdings war für die meisten Sänger gar nicht wirklich neu, weil „der neue-alte“ Sergio Ruetsch bereits in der bisherigen Chorgeschichte dreieinhalb Jahre den Königshovener MGV als Chorleiter musikalisch führen durfte und man in dieser Zeit schon gemeinsam viele Auftritte und Konzerte bestritten hatte.

Trotzdem überwog die Vorfreude bei allen Sängern und Chorleiter, endlich wieder vor größerem Publikum singen zu dürfen und so gemeinsam den musikalischen Höhepunkt des Jahres mit dem Herbstkonzert zu krönen.

In diesem Jahr unterstützte dabei das befreundete Chorensemble „Colourful Voices Bedburg“.

MGV "Quartettverein" Königshoven
Foto: Speuser

Auch die Rolle des Protektors 2022 war mit Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreises, sehr prominent besetzt, der „als gebürtiger Eifeler Jong und Vereinsmensch bestens die Herausforderungen der Vereine in besonders schwierigen Zeiten in seinem Kreis kennt“, führte Quartettverein-Vorsitzender Manfred Speuser als Moderator des Abends bei der Vorstellung Rocks aus.

Dieser wiederrum erhielt seine offizielle Protektor-Anstecknadel des MGV von seiner Vorgängerin des Jahres 2020, Rita Markus-Schmitz, Regionalvorstand Direktion Rhein-Erft der Kreissparkasse Köln.

Wenn der Quartettverein einlädt, kommen die Gäste gerne. „Gut, wieder hier zu sein!“ hatten die Königshovener Sänger als Motto auserkoren und in großen Lettern auf den Werbeplakaten abdrucken lassen – das hatte sich anscheinend auch das treue Publikum zu Herzen genommen und freute sich über ein Konzert in Königshoven.

Schnell füllten sich mit dem Konzerteinlass die Königshovener Bürgerhalle. Punkt 18 Uhr traten die Sänger mit schwarzer Hose, schwarzem Hemd und weißer Fliege fast so auf die Bühne, als hätte es nie eine Pandemie-Pause gegeben: „Gut, wieder hier zu sein!“ sang der Chor vierstimmig zur Begrüßung des Publikums, was sich schon auf einen unterhaltsamen Abend freute.

Mit freudig beschwingten Liedbeiträgen wie „Der Wandrer“, „Guantanamera“ und „Freude schöner Götterfunken“ hat man dem MGV schnell die Vorfreude auf sein Herbstkonzert authentisch abgenommen – und das Publikum fühlte sich glatt in alte Zeiten vor der Pandemie versetzt, wo der Königshovener Quartettverein nicht nur ein Mal im Jahr wusste, sein Publikum zu begeistern.

Romantisch wurde es mit der Solistin Anja Neumann, die sich mit „Can you feel the love tonight“ in die Herzen der Zuhörer sang.

 Beim großen Bühnenfinale begeisterte der gemischte Chor aus MGV Quartettverein Königshoven und „Colourful Voices“ Bedburg mit „Frieden für die Welt“ – ein klares politisches Statement, musikalisch vorgetragen.

Beim großen Bühnenfinale begeisterte der gemischte Chor aus MGV Quartettverein Königshoven und „Colourful Voices“ Bedburg mit „Frieden für die Welt“ – ein klares politisches Statement, musikalisch vorgetragen.

Foto: Speuser

„Halleluja“ was für eine musikalische Vielfalt präsentierten die „Colourful Voices“ aus Bedburg denn da mit ihrem Auftritt? – Mit „Songs of Sanctuary“, „The longest Time“, „Get up“, „You are my all in all“ und „Phantom of the Opera“ nahmen die musikalischen Damen und Herren mit ihrem Erkennungszeichen – dem bunten Schal – das Publikum auf eine musikalisch bewegte Reise zu bekannten Musicals, Opern und Filmklassikern mit.

Eine besondere Überraschung maßgeschneidert auf Protektor Landrat Rock hatten die Sänger natürlich auch in Petto: „Es geht mir gut“ von Marius Müller Westernhagen begeisterte Rock, der bekennender Westernhagen- und Nena-Fan ist. Da war es dem Chor eine große Freude und Ehre zu gleich, seinem Protektor, der dafür extra inmitten des Chores auf der Bühne auf einem Stuhl sitzend eingeladen wurde, dem Gesang zu lauschen, diesen ganz persönlichen Liedbeitrag darzubieten. So war der Landrat nicht gerade unbeeindruckt und erinnerte sich während seiner Ansprache augenzwinkernd daran, schon so einiges vom Königshovener Quartettverein im Rhein-Erft-Kreis gehört zu haben.

Mit dem „Postillon von Lonjumeau“ präsentieren die Solisten Willi Bremer und Björn Hackbarth eine besondere Bühnenperformance in passenden Kostümen, für die sie mit stehenden Ovationen vom Publikum bedacht wurden. Ja – spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste jeder im Publikum, dass es gut war, wieder in der Bürgerhalle sein zu können.

Und genau diese Freude nahm der Quartettverein nochmal mit viel Schwung auf, um mit dem „Torrero Marsch“, „We Have a Dream“ oder „Lass die Sonne in dein Herz“ die Stimmung im Konzertsaal auf den Höhepunkt zu treiben.

Da überraschte es das Publikum auch nicht weiter als „Der Wellerman“ Hans Erdmann als Matrose mit Wal im Schlepptau durch das Publikum auf die Bühne zog, um zum absoluten Ohrwurm und Chartstürmer rhythmisch zu klatschen: Mindestens zehn Wochen auf Platz eins der offiziellen Deutschen Charts, für mindestens 21 Wochen in der Top 10 – und sogar erfolgreichster Hitlieferant der ersten sechs Monate: Am schottischen Musiker Nathan Evans führte 2021 einfach kein Weg vorbei, so dass dieser auch während des Königshovener Herbstkonzerts als Erinnerung an die vielen Radiostunden zuhause nicht fehlen durfte. Damit noch nicht genug: Als Willkommensgeschenk für den neuen-alten Chorleiter Ruetsch hatte die Königshovener Wellerman-Edition eine Flasche Rum als Geschenk im Gepäck.

Um zum großen Finale des Herbstkonzertabends ein klares politisches Statement zu setzen, versammelten sich alle mitwirkenden Sänger auf der Bühne und brachten „Frieden in die Welt“. Ein musikalisches Signal, ja viel mehr noch der musikalische Wunsch in die Welt nach Frieden, wurde mit viel Beifall und Zugabe-Rufen des Publikums bedacht.

Speuser, der pointiert als Moderator durch den Abend führte, freute sich ganz besonders über die vielen treuen Zuschauer, die wieder nach Königshoven gefunden haben. „Wir wissen, dass es selbst jetzt noch nicht selbstverständlich ist, wenn wir uns über so viele Zuhörer freuen können – wir sind begeistert, das Gefühl teilen zu können, wieder gemeinsam Musik LIVE vor Ort erleben zu dürfen! Dafür können wir uns gar nicht oft genug bei allen bedanken!“, resümiert Speuser die Eindrücke des Abends.

Vorstandsmitglied Hans Erdmann schwärmte nach dem Herbstkonzert gerade nur so vom „ausschließlich positiven Feedback der Gäste, die gerade auch die musikalische Kombination aus Quartettverein und ,Colourful Voices‘ als besonders bunt und abwechslungsreich empfunden haben.“

So war es für viele Gäste auch keine Frage, bei herzhaften Speisen und kühlen Getränken gemeinsam mit allen Mitwirkenden den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. „Natürlich hatten wir anfangs bei der Planung des Herbstkonzertes auch Skepsis – gerade in diesen sehr dynamischen Zeiten: Entwicklung der Corona-Fallzahlen im Herbst, Energiekrise, allgemeine Inflation“, erinnerte Erdmann weiter, da das finanzielle Risiko für die Planung eines solchen Kulturevents komplett beim Veranstalter lag. „Es hat sich gelohnt – wir haben gemerkt, die Menschen haben wieder Bock auf LIVE-Musik, auf Treffen vor Ort! Dank unseres treuen Publikums ist unser Neustart gelungen!“, war Speuser überaus positiv in seinem Resümee für den Abend gestimmt.

Und auch als Konzertbeobachter konnte man spätestens jetzt deutlich spüren, dass die anfänglichen Sorgen und Skepsis, ein solches Konzert mit allen Risiken auf die Beine zu stellen, eher unberechtigt waren.

Der Applaus des Publikums, die vielen gemeinsamen Stunden zum Ausklang des Abends und auch die positiven Stimmen der Besucherinnen und Besucher sollten dem Quartettverein Recht geben, diesen Neuanfang gewagt zu haben.

(-ekG.)
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