Alle packen jetzt bei der „Faber-Stele“ mit an! Konzertierte Aktion gegen das Vergessen

Südstadt · „Das ist genau das, was wir nicht wollen: dass Menschen wie Manfred Faber in Vergessenheit geraten“, macht Joshua Gluch von der Gruppe „KKG – Gegen das Vergessen“ deutlich. Eine Stele, die im März aufgestellt wird, soll bei der Erinnerung helfen.

 Finja Behr und Joshua Gluch von der „KKG“ präsentieren erstmals die Südstadt-Stele.

Finja Behr und Joshua Gluch von der „KKG“ präsentieren erstmals die Südstadt-Stele.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Dabei ist diese Stele eine echte Gemeinschaftsleistung: Manfred Weber auf die Spur kam der „Geschichtsverein Grevenbroich“, der in Person von Ulrich Herlitz die Geschichtsgruppe der Käthe-Kollwitz-Schule involvierte. Der Förderverein der Südstadt, der im vergangenen Jahr im Rahmen des „Heimatpreises“ 1.500 Euro zugesprochen bekam, investierte dieses Geld in eine Stele, die nach dem Winter von der „Gemeinschaft der Südstadt“ an der Wöhlerstraße aufgestellt wird. Die Gestaltung der Tafel übernahm Berthold Hengstermann, die Ausführung Wolfgang Neumann.

Manfred Faber war ein Kölner Architekt, der 1916/17 das „Erft-Werk“ und im Anschluss die „Kolonie“ entwarf. „Dort sollte Wohnraum für 900 Menschen geschaffen“, weiß Ulrike Oberbach vom Förderverein. Im Bereich Wöhler-, Gustav-Lück- und von-der-Porten-Straße entstanden zunächst die Häuser für die „Oberbeamten“ des Erft-Werkes und später Wohnraum für die Angestellten. „Die geplanten Bauten für die Arbeiter sind dann aber nie realisiert worden“, so Oberbach weiter.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde Faber erst kaserniert, später dann nach Theresienstadt und nach Auschwitz deportiert, wo er am Folgetag umgehend ermordet wurde.

 So sah die „Kolonie“, die Manfred Weber für die Belegschaft des Erft-Werkes entworfen hat, in den Anfangsjahren aus.

So sah die „Kolonie“, die Manfred Weber für die Belegschaft des Erft-Werkes entworfen hat, in den Anfangsjahren aus.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

In Köln wird er in den von ihm entworfenen Siedlungen (Märchen- und Naumannsiedlung) gewürdigt. Dies soll nun auch in der Südstadt erfolgen.

Für Ulrike Oberbach überzeugt sein Konzept der kleinen Winkel-Sackgassen noch heute. „... und für jedes Haus gab es einen großen Baum“, schließt sie an.

Die besagte Stele, die übrigens gegen Grafitti-Schmierereien gesichert ist, soll am Ende der großen Verkehrsinsel an der Einmündung der Wöhler- in die Neuenhausener Straße zum Stehen kommen. Und dort soll im März auch das Öffnungsfest erfolgen.

Finja Behr von der „KKG – Gegen das Vergessen“ geht davon aus, dass die Schüler einen Gedenkmarsch („Das ist ja unser Markenzeichen.“) organisieren werden.

Der Förderverein will für Wein, Bier und andere Getränke zum Anstoßen sorgen. „Ein Glücksfall für die Südstadt“, findet Oberbach.

(Gerhard P. Müller)