„Igelmutter“ Lempka in Not: 180 stachelige Gäste im Jahr

„Igelmutter“ Lempka in Not: 180 stachelige Gäste im Jahr

„Seit das ,Schneckenhaus’ geschlossen hat, ist es schon richtig anstrengend.“ Inge Lempka kümmert sich seit sieben Jahren um kranke und verletzte Igel, gründete die „Igelhilfe Grevenbroich“.

Waren es anfangs zwei, drei Igel, die zu ihr gebracht wurden, waren es im vergangenen Jahr 180 der kleinen Stachler. Weil das auch für die „Igelmutter“ (fast) nicht mehr zu stemmen ist, wollen ihr nun die „Futterboten – Spenden auf Achse“ unter die Arme greifen.

Die „Futterboten“ sind etwa zehn Aktive, die vor rund einem Jahr zusammengefunden haben, um Spenden für notleidende Tiere zu sammeln, die dann im In- und Ausland verteilt werden. „Wir wollen vor Ort helfen“, betont Vorsitzende Christiane Sartorius. Es geht um Futter, medizinische Versorgung, aber auch um Kastration.

Das Futter geht palettenweise zum Beispiel nach Rumänien oder nach Spanien, wo bekanntermaßen die „Straßenhunde“ am schlimmsten dran sind. In Rumänien ist übrigens Laura Fincu Kooperationspartnerin, die mit einem kostenlosen Kastrationsprojekt das „Dilemma der Straßenhunde eingrenzen will“.

Christiane Sartorius, Vize-Vorsitzende.

Christiane Sartorius hat in Kapellen einen kleinen Bauernhof, wo die Spenden (sie werden mitunter von den Herstellern oder auch von Händlern gespendet) gesammelt werden. Natürlich geht es den „Futterboten“ auch um Geldspenden, die unter anderem dadurch „verdient“ werden, dass bei Messen oder Schauen selbst gebackene Hundekekse verkauft werden.

Mit der „Igelhilfe“ wurde eine Kooperation vereinbart; die wollen die Futterboten mit Katzenfutter, Welpenmilch (die wird mit Lactase-Kapseln versetzt, so dass die Igel sie trotz ihrer Lactose-Intoleranz vertragen) und Tierarztkostenübernahme unterstützen. „Die ersten Spenden sind gelaufen“, meldet sie Vollzug.

Die Igel, die Inge Lempka aufpäppelt – im Keller ihrer Hauses hat sie eine Station mit bis zu 24 Plätzen und im Garten noch einmal mehrere Plätze für „betreutes Wohnen im Winterschlaf“ –, müssen natürlich auch medizinisch betreut werden. Und das kann pro Tier schon mal 40 Euro kosten. „In vielen Bundesländern steht der Igel auf der ,Roten Liste’. Soll es hier bei uns auch so weit kommen?“, fragte Lempka engagiert. Die Damen von den „Futterboten“ schütteln energisch den Kopf.

(Kurier-Verlag)