Die Streifen des Ordnungsamtes:: Mehr Personal und mehr Geld

Die Streifen des Ordnungsamtes: : Mehr Personal und mehr Geld

Grevenbroich. „Wir wollen den öffentlichen Raum nicht preisgeben. Wir zeigen Präsenz. Hier wird durchgegriffen. Mir als Bürgermeister ist das wichtig.“ Klaus Krützen hat sich von Anfang an für den „Ordnungs- und Service-Dienst“ der Stadt (OSD), der vor allem im Stadtpark und rund um den Bahnhof auf Streife geht, sehr stark gemacht.

Er hat dabei ganz klar das Prinzip „law and order“ ausgegeben.

Im vergangenen Jahr wurde der OSD gestartet. Zunächst gingen vier voll ausgebildete Kräfte auf Streife. Am 1. September kommt eine weitere Kraft hinzu; parallel wird per Ausschreibung nach einem sechsten OSD´ler gesucht. Im Team sind darüber hinaus zwei Auszubildende im zweiten Lehrjahr. Ab September kommen drei weitere Auszubildende hinzu.

Ziel ist hier die Übernahme; mit elf Mitarbeitern wäre dann das geplante Ziel-Level erreicht. Allerdings macht Sebastian Johnen, Chef des städtischen Ordnungsamtes, auf ein Problem aufmerksam: Auch in diesem Bereich zeige sich ein hoher Fachkräftemangel. „Wir stehen im Wettbewerb mit Düsseldorf, Mönchengladbach und Neuss“, betonte er. Und Krützen ergänzt: „Wir müssen ein Zeichen setzen. In anderen Kommunen wird mehr gezahlt.“ Das kommt nicht von ungefähr. Denn ein Gericht in Hamburg hat geurteilt, dass kommunale Streifendienste ähnlich bezahlt werden müssen wie die Streifendienste der Polizei. Deshalb steht in der neuen Stellenausschreibung als Besoldungsstufe auch „EG 9 a“, die dann auch für die jetzigen Mitarbeiter gelten soll. Mit anderen Worten: Für sie gibt es rund 200 Euro im Monat mehr.

Gut wäre es, eine weibliche Bewerberin zu finden. Das sei zur Deeskalation und immer dann wichtig, wenn bei Frauen Leibesvisitationen erforderlich werden würden.

Sebastian Johnen zieht übrigens bis dato eine positive Bilanz: Die Beschwerden seien deutlich zurückgegangen und auch rund um den Bahnhof sei es deutlich ruhiger geworden.

Die Verstöße im Bahnhof, die geahndet werden mussten, seien zudem „sehr überschaubar“.

Im Stadtpark sei die Lage sehr wetterabhängig: Vermüllung und Lärm in den Abendstunden seien hier das Hauptthema.

In Zeiten der Bluetooth-Boxen könnten schon in den Park verlagerte „Gartenfeste“ zum Ärgernis werden. Die Boxen würden dann (nach einer ersten Verwarnung) einkassiert und könnten gegen eine „Sicherstellungsgebühr“ von 20 Euro im Ordnungsamt wieder abgeholt werden.

Falsch sei es, als die Schuldigen nur die Jugendlichen auszumachen. Auffällig würden Leute aus allen Altersstufen: „Es gibt auch Wildpinkler, die ein gesetztes Alter haben“, so Krützen wörtlich.

Und: „Dass es hier Drogenkonsum gibt? Ja klar, wir wollen uns da nichts in die Tasche lügen“, so der Bürgermeister weiter. Aber auch dabei würden die Mitarbeiter des OSD (mit Unterstützung der Polizei) einschreiten.

Wenn aber Verlagerungen – wie kürzlich ins Braunkohlewäldchen und jetzt wohl an „Kampers Mühle“ – bekannt würden, würde dies bei den Streifen auch berücksichtigt werden.-gpm.