1. Grevenbroich

Personalkosten: Krützen verweist auf Benchmarks

Krützen verweist auf Benchmarks : „Wir müssen Erwartungen von Politik und Bürgern auch leisten können!“

Bürgermeister Klaus Krützen schwillt der Kamm, wenn er — wie jüngst im Rahmen der Diskussion um die Anhebung der Grundsteuer B — den Vorwurf hört, im Grevenbroicher Rathaus gebe es zu viele Mitarbeiter. Oder dort würde zu träge gearbeitet. Deshalb hat er sich nun einmal hingesetzt und ganz genau nachgerechnet...

So hat er die Entwicklung der Personalkosten je Einwohner seit 2013 berechnet und diese dann in Relation zu 25 anderen Kommunen (50. bis 100.000 Einwohner) gesetzt. „Das Ergebnis ist ein Indikator dafür, dass wir nicht mit dem Personal aasen“, resümiert der Bürgermeister im Exklusiv-Gespräch mit der Redaktion des Erft-Kurier.

Dabei ist ihm ganz besonders wichtig: „Die innere Verwaltung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgebaut worden.“ Und dies habe schon zu den Zeiten begonnen, als Ursula Kwasny Bürgermeisterin war. Der Zuwachs im vergangenen Jahr habe sich durch „pflichtige Mehraufgaben“ im Bereich der Feuerwehr und der KiTas ergeben.

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Im Vergleich von 2017 und 2018 wirkt sich übrigens die Gründung der AöR aus, die  momentan zehn Millionen Euro an Personalkosten bewegt und die demnächst alleine von Noch-Kämmerin Monika Stirken-Hohmann geführt wird (wir berichteten).

Bürgermeister Krützen lenkt den Blick darüber hinaus noch auf einen anderen Punkt: Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) und die „Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagemet“ (KGSt) führen so genannte „Benchmark-Verzeichnisse“.

Die sehen zum Beispiel vor, das im Bereich des Unterhaltsvorschusses ein Mitarbeiter 200 Fälle bewegen muss. Im Grevenbroicher Rathaus gibt es 658 Fälle im Jahr; folglich ergeben sich 3,3 benötigte Stellen. Betraut mit diesen Aufgaben sind aber nur 2,7 Stellen. Diese Unterbesetzung muss also durch schnelleres Takten aufgefangen werden.

Gleiches ergibt sich im Bereich des Wohngeldes (2,0 zu 1,8), der Asylbewerberbetreuung (2,8 zu 2,6) und ganz eklatant des Benutzerservices (Betreuung der PCs und anderer Geräte). Hier würden 9,1 Stellen benötigt. Besetzt sind aber nur 3,1. Im Bereich der Gefahrenabwehr und -vorbeugung (51 zu 53) liege die Stadt über den Benchmarks. „Wenn wir drüber liegen, dann aber wirklich nur marginal“, fügt Klaus Krützen an.

Es sei falsch, immer mehr Erwartungen an die Verwaltung zustellen, andererseits aber das notwendige Personal zu verweigern. „Wir müssen die Erwartungen auch leisten können.“ Immerhin müssten sich die Bürger darauf verlassen können, dass im Rathaus „gut, schnell und rechtssicher“ gearbeitet würde.

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse sich das Rathaus natürlich immer wieder auf den Prüfstein stellen und sich zum Beispiel fragen: „Ist es heute noch aktuell, Aufgaben so zu erledigen, wie es traditionsgemäß gemacht wird?“ Dieses Hinterfragen finde aber statt und die geplante Reduzierung „bei den Häuptlingen“ (so Krützen wörtlich), gebe klar die Zielrichtung vor. „Wenn ich verkünden würde: ,Wir schließen samstags das Bürgerbüro’, kann ich mir vorstellen, was Politik und Bürger sagen würden“, überlegt er und unterstreicht damit, dass Erwartungen und Personal für den Erfolg  in Einklang stehen müssen.

(Gerhard Müller)