Der Baum bleibt,ein Zweig kommt dazu: „Wenn Kinder frei arbeiten, sind sie motiviert“

Der Baum bleibt,ein Zweig kommt dazu : „Wenn Kinder frei arbeiten, sind sie motiviert“

In Stessen und Otzenrath gibt es Montessori-Kindergärten. Von dem Konzept sind Kinder und Eltern so überzeugt, dass am 14. August ein Förderverein gegründet werden soll, der es sich zur Aufgabe macht, die Konzepte von Maria Montessori auch in die Grundschulen zu bringen.

Stessen. „Hilf mir, es selbst zu tun“ – dieser bekannte Satz von Maria Montessori trifft ganz gut, was das Konzept beinhaltet: Kinder sollen Zeit und Raum haben, um mit Spaß zu lernen. Das wird in den Kinderhäusern, so nennen sich Montessori-Kindergärten, verfolgt. „Und wir wünschen uns, dass die Kinder auch in der Grundschule noch so lernen können“, erklären Stephanie Kluth und Carolin Unterdorfer ihr Engagement.

Aktuell gehen ihre Kinder in Montessori-Kinderhäuser, die Erfahrung, wie die Kinder zum selbstständigen Entdecken und Lernen begleitet werden, werten die Elternräte als sehr wertvoll: „Deshalb streben wir einen Montessori-Zweig an den Grundschulen Stessen und Otzenrath an.“ Zweig bedeutet, dass das Schul-Konzept wie bisher bestehen bleibt, es kommt nur ein Montessori-Zwei dazu. In der Praxis sähe das wie folgt aus: Der Montessori-Zweig, der eine gemeinsame Klasse für die Klassen eins bis vier vorsieht, würde den Schultag mit Freiarbeit starten. Hier entscheidet das Kind selbst, was es arbeitet, mit wem, wo und wie lange. Entgegen vieler Klischees läuft das nicht „laissez-faire“ ab, sondern mit klaren Regeln, wie Unterdorfer, selbst Montessori-Lehrerin, verdeutlicht: „Es gibt Grenzen und Regeln. Entscheidet das Kind zum Beispiel, dass es eine Arbeit beginnt, muss diese auch erst zu Ende geführt werden. Zudem obliegt der Montessori-Zweig dem gleichen Lehrplan – nur eben mit anderen Methoden.“

Die Vorteile der Freiarbeit liegen auf der Hand: „Wenn Kinder frei arbeiten können, ihre Materialien und den Lerninhalt eigenständig aussuchen dürfen, sind sie motiviert und konzentriert. Wir möchten Inklusion ermöglichen: Jeder lernt auf seine Weise und in seiner Zeit. Wenn ein Kind total vertieft in seine Aufgabe ist und dann beendet der Gong diese Aufgabe, ist der Lerneffekt weg.“

Nach der Freiarbeit würde der Fachunterricht mit den Kindern des gleichen Jahrganges besucht werden.

Bei ersten Gesprächen mit den Schulleitungen in Otzenrath und Stessen bekamen die Elternräte gutes Feedback auf ihre Idee, wie Unterdorfer und Kluth erklären: „Auch das Gespräch mit dem Bürgermeister war super. Jetzt müssen noch die Lehrer - und die Schulkonferenz zustimmen, dann könnten wir unser Vorhaben umsetzen.“

Am 14. August freuen sich Kluth und Unterdorfer auf viele Mitstreiter, die mit ihnen gemeinsam den Förderverein um 19.30 Uhr im Montessori Kinderhaus Stessen gründen möchten. Weitere Informationen gibt es unter www.montessori-juechen.de.Julia Schäfer

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