Spatenstich für Erweiterungsbau und Mensa der Grundschule in Otzenrath Bürgermeister: „Wir haben einen ganz engen Zeitplan“

Otzenrath · „Wenn die Handwerker nicht fleißig arbeiten, dann ruft mich an!“, sagte Bürgermeister Harald Zillikens am Dienstag zu den Schülern der Grundschule Otzenrath beim Spatenstich für den Erweiterungsbau und die Mensa. Ein lautes „Ja!“ war die einhellige Antwort. Die Kids werden jetzt wohl ganz genau hinschauen, was sich an ihrer Schule tut. Denn die Zeit drängt: Das Bauprojekt soll pünktlich zum Schuljahr 2026/27 abgeschlossen sein.

Von links: Schulleiterin Andrea Pinter, Pascal Wenzel (Stadt Jüchen), Bürgermeister Harald Zillikens, Dr. Stefan Baues (baues architekten), Andreas Mirbach (baues architekten) und technische Dezernentin Sabine Janclas.

Foto: Kurier Verlag GmbH/Daniela Furth

„Volle Fahrt voraus!“ sangen die Kids in einem eigens gedichteten Lied. Und dieser Satz ist Programm: Die Teilbaugenehmigung für die Erdarbeiten wurde am 18. Juni erteilt und jetzt, wenige Tage vor den Sommerferien, rückte der Bagger an. Dass der Erweiterungsbau zum Schuljahr 2026/27 fertig wird, ist wichtig, denn im Rahmen des Schulentwicklungsplanes hatte der Rat der Stadt Jüchen 2022 die Erweiterung der Grundschule Hochneukirch/Otzenrath beschlossen. Am Standort Otzenrath wird es dann einen Zug mehr geben. Hinzu kommt außerdem der steigende Anspruch einer Ganztagsbetreuung.

„Wir haben einen ganz engen Zeitplan“, betonte da auch noch einmal der Bürgermeister. Eine gewisse Verzögerung habe es bereits gegeben, da ein neuer Architekt gesucht werden musste. An anderer Stelle gingen die Planungen dafür schneller als gedacht voran. Statt den Erweiterungsbau und die Mensa in zwei Bauabschnitten anzugehen, ging der Bebauungsplan letzterer so zügig durch, dass beide Bauvorhaben nun zusammen angepackt werden können. Schulleiterin Andrea Pinter ist schon gespannt auf die neuen Räumlichkeiten: „Wir platzen aus allen Nähten und freuen uns auf die neuen Räume. Darauf haben wir alle auch lange genug gewartet. Wir drücken jetzt die Daumen, dass alles reibungslos läuft.“

In den nächsten Monaten wird ein dreigeschossiger Erweiterungsbau in Holz-Hybridbauweise errichtet. Diese Bauweise käme zum ersten Mal bei den städtischen Gebäuden zum Einsatz, verrät Zillikens. Das Gebäude wird vier Multifunktionsräume, ein Lehrerzimmer, einen Mehrzweckraum sowie die zugehörigen sanitären Anlagen und Nebenräume umfassen. Das Besondere: Über Verbindungsgänge im Erd- sowie im ersten Obergeschoss wird man vom Bestandsgebäude in den Neubau gelangen können. Die Fassade wird mit senkrechten Holzlamellen verkleidet.

An südöstlicher Seite des Bestandsgebäudes wird parallel die eingeschossige Mensa errichtet. Auch hier ist eine direkte Verbindung der beiden Gebäudeteile geplant. Da Nachhaltigkeit bei Neubauten großgeschrieben wird, werden die Dachflächen begrünt und mit einer Photovoltaikanlage versehen. Der Erweiterungsbau wird zudem mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ausgestattet.

Auch im Bestandsgebäude werden einige Umbauten durchgeführt. Das alte Lehrerzimmer soll beispielsweise geteilt werden, um Platz für einen Besprechungsraum und das Schulleiterbüro zu bieten. Die Umbauten werden so geplant, dass der Schulbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Der Spatenstich ist ein weiterer Meilenstein im größten Schulbauprojekt der Geschichte der Stadt Jüchen. Und von denen gab es in den vergangenen Wochen gleich mehrere: Erst fiel der Startschuss für den Erweiterungsbau des Gymnasiums Jüchen, dann wurde Richtfest des Neubaus an der GGS Jüchen gefeiert (wir berichteten) und nun geht es an der Grundschule Otzenrath voran. Gut 80 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren in die Schullandschaft investiert. Die Gesamtkosten für das Projekt in Otzenrath betragen 7.385.000 Euro. Der Bund übernimmt rund 933.000 Euro im Rahmen der Förderung von Investitionsmaßnahmen zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter.