Kinderarzt-Diskussion

Jianpeng Hu meldet sich zu Wort: : „Protestnote“ an die FDP-Ratsfraktion Rommerskirchen

Hier die Antwort von Unternehmer Jianpeng Hu zu den Einlassungen von FDP-Bürgermeister-Kandidat Stephan Kunz:

Nach Stephan Kunz Kommentar im Erft-Kurier vom 21. August und in der Pressemitteilung der FDP vom 7. August möchte ich zu seinem Zitat kritisch Stellung nehmen. Er wird mit folgendem Satz zitiert: „Wenn man bei der Ansiedlung eines Kinderarztes so viel Engagement gezeigt hätte, wie bei der deutsch-chinesischen Freundschaft, hätten wir in der Gemeinde wahrscheinlich schon einen Kinderarzt.

Den Hinweis auf die Kontakte mit China und der entsprechenden Formulierung, finde ich aus mehreren Gründen unglücklich und unpassend. Es werden hier zwei Sachverhalte in Verbindung gebracht, die erst einmal nichts gemein haben beziehungsweise aber eine Denkweise über den Tellerrand hinaus ausschließt.

Eine Anfeindung dieser Art wurde vergangenes Jahr im September schon einmal von einer anderen Fraktion im Zusammenhang mit der Schützenhalle in Anstel in die Medien gezerrt. Auch hier schrieb ich und ich zitiere: „Zum einen wirft diese Aussage ein negatives Licht auf eine positive Verbindung und die Bestrebungen der Gemeinde Rommerskirchen die hiesige Wirtschaft und Gemeinde und deren Bewohner für die Zukunft zu stärken.“

Zum anderen empfinde ich die Aussage als Widerspruch in sich.

Im nächsten Absatz der Pressemitteilung sprechen Sie den Strukturwandel an und heißen die Gründung des „Sixpacks“ gut. Weiter und ich zitiere wörtlich: „Der geforderte Flächenpool für die Erschließung neuer Gewerbeflächen und damit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ist richtig“.

Die Schaffung neuer Gewerbeflächen und das Bestreben neue Jobs zu schaffen zu wollen; ist richtig, aber es muss auch Unternehmen geben, die sich dort ansiedeln.

Und genau hier kommt doch die deutsch-chinesischen Freundschaft ins Spiel.

Wer sich ein wenig mit Wirtschaftsfakten auskennt, weiß dass es sehr schwer ist, am chinesischen Markt vorbei zu kommen. Ohne China und deren Produktion ist es für viele Unternehmen im Handel und der Produktion nicht möglich am Wettbewerb teil zu nehmen.

Die deutsch-chinesische Freundschaft ist als Schnittstelle zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen als „Erfahrungsbörse, Austausch und Kontaktanbahnung“ gedacht um deutschen Unternehmern, die sich hier Ansiedeln möchten oder Ihr Geschäftsfeld ausdehnen möchten zu unterstützen. Denn der recht komplexe Markt in China hat nun einmal seine „Untiefen“ die es gilt zu umschiffen. Ein Lotse ist da sehr hilfreich.

Es wäre schön, die Tragweite zu erkennen und dementsprechend zu agieren und Unterstützung zu geben.

Unsere Gemeinde muss kontinuierlich wachsen, denn laut des Demographie-Berichtes, Punkt 2 Indikatoren Demographischer Wandel 2017, haben wir bei den Geburten (je 1.000 Einwohner) einen Wert von 8,9.

Dem steht ein Wert bei den Sterbefällen (ebenfalls je 1.000 Eeinwohnern) von 12,3 entgegen.

Bedeutet im Klartext: mehr junge Familien müssen nach Rommerskirchen. Die Grundvoraussetzung sind allerdings attraktive Jobangebote.

Natürlich muss auch der Ort an sich attraktiv sein und dazu gehört mit Sicherheit auch ein Kinderarzt, aber das ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung, zumal wir mehrere Kinder- und Jugendmediziner im Umkreis haben und alle weniger als 15 Kilometer entfernt sind und somit nicht zwangsläufig eine Unterversorgung akut ist.

Nachdem die neue Rettungswachswache vor einem Jahr eigeweiht wurde und bis jetzt 1.300 Einsätze hatte, war dieser Schritt aus meiner Sicht vorranging und erst einmal wichtiger. Lebensrettung hat immer Vorrang und genießt die höchste Priorität.

Eine neue KiTa wurde vor zwei Jahren eröffnet und jetzt kommt in Kürze noch eine dazu. Das zeigt doch deutlich das ein Plan verfolgt wurde und auch funktioniert hat.

Ich selber bin Vater einer vierjährigen Tochter und einer Neugeborenen, die wenige Wochen alt ist und fühle mich nicht „unterversorgt“. In einer Großstadt, wie zum Beispiel Köln, müsste ich wahrscheinlich weitere Wege oder mehr Zeit in Kauf nehmen, um zu einem Kinderarzt zu gelangen.

Das, was die Gemeinde und Dr. Martin Mertens für Eltern und Kinder bereits getan hat und noch plant, gibt mir tiefes Vertrauen darin, dass wir als Gemeinde und als Eltern in unmittelbarer Zukunft einen Kinderarzt in Rommerskirchen willkommen heißen können. Martin Mertens ist bereits in Kontakt mit der Ärztekammer um dies zu ermöglichen.

Weiterhin teile ich Ihnen das mit, was ich auch der CDU-Kreistagsfraktion im vorigen Jahr mittgeteilt habe. (Dr. Ammermann hat sich im Nachhinein bei mir persönlich für seine Äußerungen entschuldigt)

Ich bin nun seit mehr als 18 Jahren in Deutschland und seit sechs Jahren in Rommerskirchen. Seit sechs Jahren besitze ich die Deutsche Staatsbürgerschaft.

Ich bin als chinesischer Unternehmer nach Rommerskirchen gekommen und hier sehr unterstützend von der Wirtschaftsförderung, dem Bürgermeister sowie der Gemeinde und deren Anwohner aufgenommen worden. Meine Gewerbefläche konnte ich inzwischen ausweiten und mehrere Mitarbeiter einstellen. Von den sieben Mitarbeitern kommen vier direkt aus Rommerskirchen und die restlichen drei Mitarbeiter kommen aus dem näheren Umkreis. In hoffe, dass das Unternehmen in Zukunft noch weiterwachsen wird und wir weiter zu einer positiven Entwicklung in Rommerskirchen beitragen können.

Die Entwicklung von Rommerskirchen habe ich natürlich in meiner Zeit hier aktiv verfolgen können. Die Erweiterung der Neubauflächen und die Ansiedlung neuer Gemeindemitglieder brachten eine neue KiTa, eine neue Rettungswache und die Ansiedlung neuer Geschäfte mit sich. Unabhängig davon wuchs das Gewerbegebiet kontinuierlich und die Nachfrage wächst stetig. Die Lebensqualität in Rommerskirchen steigt stetig und das kann man klar der Arbeit auf der Gemeindeebene zuschreiben. Ein großer Antrieb geht dabei von unserem Bürgermeister Herr Dr. Mertens aus.

Mittlerweile bin ich als Deutscher Unternehmer mit meiner Familie in Rommerskirchen und somit in Deutschland „angekommen“.

In China wurde uns gelehrt, dass „nehmen“ und „geben“ gleichwertig sind. Somit ist es für mich auch selbstverständlich ortsansässige Vereine zu unterstützen. Und genau hier begründet sich mein Engagement, für die Gemeinde ehrenamtlich tätig zu sein und warum ich überhaupt die Gemeinde aktiv unterstützt habe und Kontakte nach China geknüpft habe.

Nach dem besagten Kommentar habe ich leider nicht den Eindruck, dass CDU-Kreistagsfraktion unseren wirtschaftlichen Kooperationen wohlwollend gegenüber eingestellt ist. Das ist sehr bedauerlich, denn gerade das Projekt des Sino-German-Ecoparks, um das es bei dem Treffen mit der chinesischen Delegation in Rommerskirchen ging, ist ein sehr zukunftsträchtiges Projekt, das anstrebt sowohl den wirtschaftlichen als auch den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und China zu fördern. Große deutsche Unternehmen sind an dem Sino-German-Ecopark beteiligt und auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel war bei der Eröffnung in China anwesend.

Der Kreis selbst pflegt stabile Kontakte nach China. Im Rhein-Kreis sind gut 200 chinesische Unternehmen angesiedelt.

Vor diesem Hintergrund sehe ich einen kritischen Kommentar zum Bestreben der Gemeinde, die wirtschaftlichen Beziehungen zu China zu verstärken, als nicht hilfreich an. Ich bitten Sie, als FDP-Ratsfraktion hierzu Stellung zu beziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Jianpeng Hu

parteilos