1. Grevenbroich

OGATA: Wartelisten nach 2026 sind nicht ausgeschlossen!​

Ein Problem: „Die über Jahre kultivierte Erwartungshaltung“ : Wartelisten nach 2026 sind nicht ausgeschlossen!

Die Quadratur des Kreises erscheint einfach im Vergleich damit, bis 2026 für ein ausreichendes Angebot an Plätzen im offenen Ganztag zu sorgen: Es fehlt an Räumlichkeiten und nicht allerorten steht ausreichend Ausweichfläche zur Verfügung. Neues Personal ist landesweit nur schwer zu finden. Und die Finanzierung zwischen Bund, Land und Stadt ist noch ungeklärt. „Es bewegt sich, aber wissen noch nicht welche Gelder woher kommen“, seufzt denn auch Schulamtsleiter Thomas Staff.

Eigentlich waren die Stadt und die Vertreter des „evangelischen Vereins für Jugend- und Familienhilfe“ zusammengekommen, um nach zwei Jahren des gemeinsamen Weges Bilanz zu ziehen: An elf Standorten werden ab dem 1. August genau 1.159 Kinder von 142 Mitarbeiter betreut und gefördert.

So weit, so gut. Die Versorgungsquote liegt allerdings „nur“ bei rund 50 Prozent. Wartelisten müssen an vielen Standorten geführt werden. Der Bund schreibt ab 2026 eine 75-prozentige Versorgung vor, Schuldezernent Michael Heesch geht aber von einem 90-Prozent-Bedarf aus.

Der Träger hat darüber hinaus auf Basis der KiTa-Zahlen und unter Einbeziehung der geplanten Neubaugebiete „soziografisch“ nachgerechnet und kommt auf einen Bedarf von über 90 Prozent.

 Michael Heesch und Burghard Asche zusammen mit Leiterin Natalie Bartosch, Dagmar Roloff und Jacqueline Schmitt (Stadt).
Michael Heesch und Burghard Asche zusammen mit Leiterin Natalie Bartosch, Dagmar Roloff und Jacqueline Schmitt (Stadt). Foto: KV./Gerhard P. Müller

Deshalb hat die Stadt, so Staff, bei ihren Vorausplanungen in Richtung 2026 die 100-Prozent-Quote zur Grundlage gemacht. Und hat Architekten in die Räume geschickt, um abzuklopfen, was wo wie gemacht werden kann.

Das Fazit fällt unterschiedlich aus: Es gebe Schulen, die unproblematisch seien. An anderen Stellen gebe es Erweiterungs- und Ausbaumöglichkeiten. An wieder anderen (wie in Wevelinghoven oder an der Graf-Kessel-Straße) würden sich große Probleme abzeichnen.

Übrigens muss an allen OGATA-Standorten in die „Speiseräume“ investiert werden. Die stammen nämlich noch aus den Anfangszeiten der Ganzbetreuung und müssen mittlerweile im Drei-Schicht-Betrieb geführt werden: „Wenn der erste mit seinen Hausaufgaben schon fertig ist, fängt der letzte gerade an zu essen“, bringt es Burghard Rasche vom Träger auf den Punkt. Und er fügt den Hinweis an, dass das zu vielen Diskussionen mit den Eltern führe.

Asche spart in diesem Zusammenhang nicht mit Kritik in zwei Richtungen: „Der Gesetzgeber suggeriert so was wie Versorgungssicherheit, lässt die Kommunen allerdings vollkommen allein bei der Suche, wo sie die Gelder beschaffen sollen“, kommentierte er pointiert. Und an anderer Stelle fügt er an: „Es ist viel Aufwand, die Eltern zu informieren und einzubinden, die von einer über Jahre kultivierten Erwartungshaltung geprägt sind.“ Des Lobes voll ist er für die Mitarbeiter, die zugleich auch wichtigstes Werbemittel bei der Suche nach zusätzlichem Personal seien: „Gute Botschaften haben geholfen. Mitarbeiter haben durch Gutsprechen neue Mitarbeiter geworben.“

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Staff und Heesch können derzeit natürlich noch keine Zahlen nennen; die genauen Beratungen und Berechnungen seien gerade erst angelaufen, heißt es. Aber der Schuldezernent macht schon deutlich, dass es nicht so einfach werden wird, alle benötigten Gelder im eh arg gebeutelten Haushalt der Stadt zur Verfügung zu stellen.

Die Hoffnungen richten sie gemeinsam mit dem „Evangelischen Verein“ auf die OGATA in Kapellen, in der das Pilotprojekt einer „multifunktionalen Nutzung“ der Räumlichkeiten gestartet ist. „Wir müssen hier komplett anders denken“, macht Dagmar Roloff vom Träger deutlich. Schule und Ganztag sollen sozusagen gemeinsam zum Wohle der Kinder marschieren. Und hier denke die Stadt fürs Land voraus...

(Gerhard P. Müller)