Versicherung: Viele Anwälte sind falsch oder gar nicht abgesichert

Der Berufseinstieg fühlt sich für viele akademische Berufsgruppen ähnlich an. Nach Jahren des Lernens beginnt endlich die Praxis. Verantwortung, Tempo und Erwartungen steigen spürbar an. Besonders junge Ärztinnen und Ärzte erleben diese Phase als intensiv. Viele merken schon früh, dass der Alltag mehr verlangt, als sie erwartet haben.

Foto: Dr. Schlemann

Ein ähnliches Bild zeigt sich seit Jahren bei Anwälten. Auch dort startet die Karriere oft mit großer Motivation. Lange Arbeitstage gelten als normal. Pausen werden auf später verschoben. Die eigene Belastungsgrenze bleibt unbeachtet. Erst wenn der Körper oder die Konzentration nicht mehr mitspielt, wird klar, wie fragil diese Sicherheit ist.

In diesem Artikel sprechen wir mit Dr. Schlemann, einem erfahrenen Finanzberater, der auf private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Altersvorsorge und Investitionen spezialisiert ist.

„Viele glauben, ein akademischer Beruf schützt automatisch vor ernsthaften Einschnitten“, erklärt Dr. Schlemann aus seiner Beratungspraxis. „In Wirklichkeit ist es oft genau umgekehrt. Der Druck ist hoch, die Verantwortung dauerhaft, und Fehler darf man sich kaum leisten.“

Warum akademische Berufe Risiken unterschätzen

Die Vorstellung von Sicherheit sitzt tief. „Studium, Titel und Fachwissen vermitteln Stabilität“, sagt Dr. Schlemann. „Doch diese Annahme blendet aus, dass moderne Wissensberufe stark von mentaler und körperlicher Leistungsfähigkeit abhängen. Fällt diese weg, steht plötzlich alles infrage.“

Gerade bei Anwälten zeigt sich dieses Muster deutlich. Viele haben keine oder eine unzureichende Absicherung. Erst im Ernstfall wird klar, dass Verträge fehlen oder nicht greifen. In der Beratung wird dann oft auf spezialisierte Lösungen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung Rechtsanwalt verwiesen, weil Standardlösungen der beruflichen Realität nicht gerecht werden.

Diese Erfahrung ist für medizinische Berufe relevant. Auch hier hängt alles an Konzentration, Belastbarkeit und Entscheidungsfähigkeit ab. Ein Ausfall bedeutet nicht nur gesundheitliche Einschränkung, sondern oft auch den Verlust der beruflichen Grundlage.

Kleine Symptome mit großer Wirkung

„Es sind selten dramatische Unfälle“, sagt Dr. Schlemann. „Oft beginnt es schleichend.“ Bei Anwälten sind es Konzentrationsprobleme, Erschöpfung oder Schlafstörungen. Symptome, die lange ignoriert werden, bis sie nicht mehr zu übersehen sind.

Dr. Schlemann: „Bei Ärztinnen und Ärzten zeigt sich ein ähnliches Bild. Zittern, chronische Müdigkeit oder anhaltende Kopfschmerzen können ausreichen, um bestimmte Tätigkeiten nicht mehr auszuüben. Besonders in sensiblen Fachrichtungen reicht eine kleine Einschränkung, um arbeitsunfähig zu werden.”

Das Problem liegt weniger im Symptom selbst, sondern in der Konsequenz. Wer täglich Verantwortung trägt, kann sich keine Unsicherheit leisten.

Der Druck beginnt früh im Berufsleben

„Viele Medizinstudierende glauben, dass Belastung erst später kommt“, erklärt Dr. Schlemann. „Die Realität sieht anders aus. Bereits im Praktischen Jahr oder im ersten Klinikjahr steigt der Druck deutlich. Dienste, Personalmangel und emotionale Belastung prägen den Alltag.“

Anwälte berichten Ähnliches aus den ersten Jahren in Kanzleien. Hohe Erwartungen, wenig Struktur und der Wunsch, sich zu beweisen, führen schnell zur Überlastung. Vorsorge spielt in dieser Phase kaum eine Rolle.

„Gerade dann wäre es wichtig“, so Dr. Schlemann. „Wer früh handelt, hat später weniger Probleme. Wer wartet, zahlt oft einen hohen Preis.“

Fehlannahmen über staatliche Absicherung

Ein häufiger Irrtum betrifft die staatliche Unterstützung. Viele gehen davon aus, dass im Notfall ausreichend Hilfe vorhanden ist. Die Realität ist ernüchternd. Staatliche Leistungen decken meist nur das Existenzminimum ab.

Anwälte erleben das oft erst im Leistungsfall. Die Lücke zwischen Einkommen und Unterstützung ist groß. Für Ärztinnen und Ärzte gilt das ebenso. Laufende Kosten, private Vorsorge und Lebensstandard lassen sich damit kaum sichern.

Diese Erkenntnis kommt oft zu spät, wenn gesundheitliche Einschränkungen bereits bestehen.

Warum frühe Vorsorge Handlungsspielraum schafft

Dr. Schlemann: „Ein früher Abschluss bietet mehr als nur finanzielle Sicherheit. Er schafft Ruhe. Wer weiß, dass ein Ausfall abgesichert ist, trifft Entscheidungen klarer und gelassener.“

Anwälte, die früh vorsorgen, berichten von weniger Druck. Sie können ihre Karriere langfristiger planen. Für Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte gilt das genauso. Je früher die Absicherung steht, desto besser sind die Bedingungen.

Gesundheitliche Veränderungen im Laufe des Lebens lassen sich nicht planen. Der Zeitpunkt der Vorsorge dagegen schon.

Unabhängige Beratung als Orientierungshilfe

Schlemann versteht sich nicht als Anbieter, sondern als unabhängiger Berater. „Der Unterschied ist wesentlich. Ziel ist es nicht, Produkte zu platzieren, sondern Zusammenhänge verständlich darzustellen und Optionen transparent zu machen.“

Empfehlungen durch Fachportale und zahlreiche positive Rückmeldungen von Mandanten tragen zur Einordnung bei. Vertrauen entsteht hier vor allem durch Klarheit und nachvollziehbare Analysen. Wer sich intensiver mit Absicherungsthemen befassen möchte, stößt früher oder später auf seine Einschätzungen und Fachbeiträge.

Was die Erfahrungen aus der Anwaltschaft zeigen

Die Situation vieler Anwälte ist ein stilles Warnsignal. Hohe Bildung schützt nicht vor Ausfall. Verantwortung schützt nicht vor Überlastung. Sicherheit entsteht nicht automatisch.

Für medizinische Berufe liegt darin eine klare Lehre. Wer die Risiken kennt und ernst nimmt, kann gezielt vorsorgen. Nicht aus Angst, sondern aus Weitsicht.

Sicherheit entsteht durch bewusste Entscheidungen

Vorsorge ist kein Zeichen von Unsicherheit. Sie ist Ausdruck von Verantwortung gegenüber sich selbst und der eigenen beruflichen Zukunft. Anwälte haben diesen Schritt oft zu spät erkannt.

Junge Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende haben die Chance, daraus zu lernen. Wer früh informiert handelt, schafft eine stabile Grundlage für ein langes Berufsleben.