1. Grevenbroich

Der Erft-Kurier sprach mit dem Gindorfer Schützen-Chef: „Wirtschaftsfaktor Schützenfest bricht jetzt weg“

Der Erft-Kurier sprach mit dem Gindorfer Schützen-Chef : „Wirtschaftsfaktor Schützenfest bricht jetzt weg“

Robert Hoppe, Brudermeister der „St. Sebastianus“-Schützen-Bruderschaft in Gindorf, warnt davor, den wirtschaftlichen Faktor und die gesellschaftliche Bedeutung der Heimatfeste zu unterschätzen. Dennoch würde er eine generelle Absage der Schützenfest-Saison bevorzugen. Aktuell warte er besonders auf die Definition des Wortes „Großveranstaltung“.

Gindorf. Hoppe geht aktuell nicht mehr davon aus, das eigene Heimatfest in diesem Jahr stattfinden lassen zu können. Veranstaltungen wie das Schützen-Biwak und die Mitgliederversammlung sind bereits abgesagt. „Wir sind natürlich traurig um jede Veranstaltung, die nicht stattfinden kann. Aktuell sind wir sehr gespannt, wie es weiter geht, und warten auf die Definition einer ,Großveranstaltung’. Mir persönlich wäre eine generelle Absage sehr lieb“, sagt Hoppe dem Erft-Kurier.

Er bricht jedoch auch eine Lanze für die Stadt und lobt den offenen Umgang mit den Vereinen. Durch die fehlende Definition mangele es auch auf Seiten der politischen Entscheidungsträger aktuell noch an der nötigen Rechtssicherheit.

„Ich finde es nicht gut, größere Schützenfeste abzusagen und dann kleinere stattfinden zu lassen. Es besteht überall Ansteckungsgefahr, da ist die Größe zweitrangig“, verdeutlicht der Brudermeister seinen Standpunkt.

Über die Auswirkungen einer allgemeinen Absage ist sich Hoppe allerdings auch bewusst. Es müssten Alternativen geschaffen werden und Unterstützung auch für die hier betroffenen Branchen angeboten werden, um halbwegs unbeschadet aus der aktuellen Situation herauszukommen. „Der Wirtschaftsfaktor Schützenbrauchtum bricht gerade weg. Wahrscheinlich sogar für ein ganzes Jahr. Das können wir so nicht auffangen. Von den Schützenfesten profitieren die Stadt, Zeltverleiher, Schausteller und viele weitere. Es gibt einen großen Rattenschwanz und die gesellschaftliche Bedeutung ist ebenfalls nicht zu unterschätzen“, so Hoppe.

Er fährt fort: „Ich würde mir wünschen, dass beispielsweise auch die Schausteller von Rettungsschirmen profitieren können.“

Als positiven Nebeneffekt der aktuellen Lage bezeichnet Hoppe die Kreativität innerhalb der Bevölkerung und die Erkenntnis zum gemeinschaftlichen Miteinander. Wenn man Teil dieses Miteinanders sei, könne man laut Brudermeister Hoppe darauf ruhig stolz sein.-old.