Workshop begeisterte Teilnehmer Spaß an Graffiti-Kunst kennt kein Alter!

Hochneukirch · „Helga macht das super!“ Da sind sich die Jugendlichen des Graffiti-Workshops einig. Im Rahmen der Ferienprojekte hatte die Evangelische Jugend Otzenrath Hochneukirch zu vier Tagen rund ums Sprayen geladen. Und das Angebot sprach nicht nur die ursprüngliche Zielgruppe an: Die 78-jährige Helga Hess war begeistert und bat darum, mitmachen zu dürfen.

 Patrick Nilgen (links) hatte zum Graffiti-Workshop eingeladen: Mit dabei sechs Kinder ab zehn Jahren, die beiden Künstler (rechts) sowie zwei erwachsene Teilnehmerinnen. 

Patrick Nilgen (links) hatte zum Graffiti-Workshop eingeladen: Mit dabei sechs Kinder ab zehn Jahren, die beiden Künstler (rechts) sowie zwei erwachsene Teilnehmerinnen. 

Foto: Kurier-Verlag GmbH/Julia Schäfer

Für Organisator Patrick Nilgen und die beiden Graffiti-Künstler Daniel Kottirre und Mike Kehl war es überhaupt keine Frage: „Wir finden super, dass Helga mitmacht!“ Und so erfüllte sich für die Seniorin ein Wunsch: „Ich habe mich schon immer für Graffiti interessiert, aber bisher durfte ich bei keinem Kurs mitmachen, weil ich zu alt war.“

Darauf kommt es den Hochneukirchern aber nicht an: „Die Hauptsache ist, dass Helga Spaß hat und mit dem Herzen dabei ist.“ Und das ist sie! Genau so wie die anderen Teilnehmer, die von den beiden Künstlern in die Geheimnisse des Graffiti-Sprühens eingeweiht wurden. Die Nachwuchs-Sprayer testeten ihr Talent dann auch direkt an großen gespannten Flächen aus, besprühten Leinwände und Taschen.

 Helga Hess hat das Graffiti-Sprayen für sich entdeckt. Unwohl hat sie sich als Älteste im Workshop nicht gefühlt.

Helga Hess hat das Graffiti-Sprayen für sich entdeckt. Unwohl hat sie sich als Älteste im Workshop nicht gefühlt.

Foto: Kurier-Verlag GmbH/Julia Schäfer

Highlight: Die Entstehung einer Graffiti-Wand im Jugendtreff „Basement“. Gemeinsam entwickelten alle die Idee und brachten diese hinterher an die Wand. Kottirre und Kehl dazu: „Das war für die Teilnehmer anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Denn natürlich haben wir nicht einfach drauf los gesprüht, sondern ein Konzept entwickelt. Das war schon viel Theorie.“ Die Idee der Kinder: Eine Bahn, die durch die Landschaft in die Nacht fährt, der Name „Basement“ kommt ebenfalls vor. „Es muss auch nicht alles perfekt sein. Schau mal die Zunge am Smiley, da ist etwas verlaufen. Aber das bleibt so, denn genau so ist es authentisch“, erklären die Künstler, die beide ursprünglich aus Neuss kommen und schon lange befreundet sind. Beide haben erst vor ein paar Jahren mit dem Sprayen begonnen. „Viel zu spät“, lachen sie, denn dieses Gefühl, ein fertiges Werk zu sehen, ist super: „Genau das möchten wir auch den Jugendlichen vermitteln und dabei natürlich darauf aufmerksam machen, dass Sprayen Kunst ist – die Platz braucht!“

Ein gutes Stichwort findet Patrick Nilgen. Denn genau dieser Platz fehlt: „Es wäre toll, wenn wir in Hochneukirch freie Flächen zur Verfügung hätten, auf denen die Jugendlichen sprayen könnten. Das fehlt und unser Ziel ist es ja, legale Optionen zu schaffen!“

Und wie geht es bei der 78-jährigen Helga Hess weiter? Sie überlegt schon, welche Wand sie zuhause mit Graffitis verschönern wird und hat mit Kottirre und Kehl schon über einen Workshop für Senioren gesprochen. Julia Schäfer

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