Komplett in Jüchen verwurzelt – das ist Harald Zillikens. Etwas in seiner Heimatstadt zu tun und zu bewegen, liegt ihm daher schon immer am Herzen. Dass er jedoch einmal auf 16 Jahre als CDU-Bürgermeister seiner Heimatstadt (beziehungsweise bis 2018 Heimatgemeinde) zurückblicken wird, damit hätte er früher wohl nicht gerechnet. „Ich habe nie geplant, Bürgermeister zu werden. Aber diese Entscheidung, mein Lebensbeamtentum (er absolvierte eine Ausbildung im gehobenen Dienst in der Verwaltung beim Rhein-Kreis Neuss und war zuletzt Leiter der Abteilung Elektronische Datenverarbeitung, Anm. d. Red.) aufzugeben und hier einzusteigen mit einer ganz neuen Aufgabe, habe ich nie bereut. Ganz im Gegenteil. Das Amt macht mir bis heute unglaublich Spaß, weil es vielfältig ist und weil man für die eigene Heimatstadt etwas tun und bewegen kann“, betont der Hochneukircher.
Leicht habe er sich die Entscheidung, ein weiteres Mal für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, dennoch nicht gemacht. Aber für den 66-Jährigen stand alsbald fest: „Ich bin der Auffassung, dass ich für Jüchen noch etwas erreichen kann.“ Dieser Auffassung waren dann auch die Mitglieder der CDU Jüchen, die ihn im November 2024 mit über 97 Prozent erneut zum Kandidaten für das Bürgermeisteramt nominierten.
Einen großen Vorteil sieht Harald Zillikens darin, dass er mit den Jahren nicht nur viel Erfahrung gesammelt, sondern auch ein riesiges Netzwerk aufgebaut habe. So engagiert er sich in vielen Gremien und Verbänden in den verschiedensten Bereichen, unter anderem ist er als Fraktionsvorsitzender im Braunkohlenausschuss sowie als Verbandsvorsteher der ITK Rheinland und des Zweckverbands Landfolge Garzweiler aktiv. Und er betont: „Ich bin ein großer Freund von interkommunaler Zusammenarbeit. Wenn dann noch das Zwischenmenschliche passt, macht die Arbeit einfach unheimlich Spaß.“ Denn nicht zu vergessen: Solche Dinge laufen in der Regel neben dem Tagesgeschäft im Rathaus.
In seinen gut 16 Jahren als Bürgermeister hat Harald Zillikens viele Themen und Projekte mitanstoßen oder umsetzen können. Das Highlight war da sicher die Stadtwerdung zum 1. Januar 2019. Gut ein Jahr lang dauerte es vom Beschluss des Rates über die Gespräche mit dem Kreis, welche Aufgaben die künftige Stadt Jüchen übernehmen könne, den Genehmigungen der Bezirksregierung bis hin zur Verordnung durch Heimatministerin Ina Scharrenbach. Aber es sei ein ganz bewusster Schritt von der Gemeinde zur Stadt gewesen, so Harald Zillikens: „Das Selbstverständnis, das Auftreten als Stadt, sind etwas anderes als bei einer Gemeinde. Das hat auch etwas mit Selbstbewusstsein zu tun.“
Und die Stadt wächst. „Jüchen ist attraktiv, viele wollen hier wohnen“, weiß der amtierende Bürgermeister. Neue Wohnquartiere seien entstanden und einige werden noch entstehen, wie Jüchen-West und -Süd. Spannend werde die Weiterentwicklung Jüchens vor allem mit Blick auf den Strukturwandel und die Folgelandschaft des Tagebaus. „Das ist eine Jahrhundertaufgabe. Dabei treffen wir jetzt schon Entscheidungen, die erst für die nächsten Generationen wichtig sind“, so der 66-Jährige und er schmunzelt: „Unsere Enkel werden letztlich sagen, ob wir das gut gemacht haben – oder auf uns schimpfen.“
Dass durch den vorgezogenen Braunkohleausstieg der Restsee mit seinem Ostufer fast vollständig auf Jüchener Gebiet liegen wird, ist dabei etwas ganz Besonderes. Denn wer hat schon einen See in dieser Größe und mit dieser Tiefe vor der Haustür? Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2037 ist dabei ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Sees. Sie dient der Erschließung und landschaftsbezogenen Gestaltung der Standorte und der Schaffung von ersten attraktiven Angeboten. Die Arbeit an der IGA 2037 nehme derzeit richtig Fahrt auf, berichtet Harald Zillikens: „Die Zukunft der Landschaft mitzugestalten, finde ich ein unglaublich spannendes Thema und dafür bringe ich gerne extrem viel Zeit auf.“
Große Freude bereitet dem amtierenden Bürgermeister aber unter anderem auch der Blick auf die Entwicklung der Schullandschaft. So sei der Weg von der Sekundarschule hin zur Gesamtschule ein sehr wichtiger und ganz bewusster Schritt gewesen. „Und dieser Weg hat sich bewährt, wie die Jahrgangsstufe 10 vor den Sommerferien wieder zeigte: Alle 123 Schüler haben einen Abschluss und einen Anschluss. Ich ziehe den Hut vor den Schülern und Lehrern“, freut sich Zillikens.
Ganz aktuell wird mit dem größten Schulbauprojekt der Geschichte der Stadt Jüchen daran gearbeitet, Platz für alle Schüler zu schaffen. So fiel vor den Sommerferien der Startschuss für den Erweiterungsbau des Gymnasiums Jüchen, an der GGS Jüchen wurde Richtfest des Ausbaus gefeiert und an der Grundschule Otzenrath rückten die Bagger für den Erweiterungsbau an. Gut 80 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren in die Schullandschaft investiert und es wird sich noch viel tun. So steht zum Beispiel noch der Mittelbau zwischen Gymnasium und Gesamtschule an und die Zusammenlegung der beiden Gesamtschulstandorte. Wichtige Entwicklungen, die der Hochneukircher gerne weiter begleiten würde.
„Die Arbeit macht mir nach wie vor Spaß“, bringt Harald Zillikens mit Blick auf seine bisherige Amtszeit auf den Punkt, „und ich würde gerne weitermachen wie bisher.“ Abschließend bekräftigt er: „Wenn ich ein Thema für wichtig halte, dann bleibe ich auch hartnäckig. Selbst, wenn die Umsetzung vielleicht mal länger dauert.“ Natürlich tue es weh, wenn manches beispielsweise aufgrund der Haushaltsplanung nicht direkt angegangen werden könne. Aber: „Ich verspreche, mich zu kümmern!“