Anfang August startete die dringend notwendige Schulhofumgestaltung. Die Asphaltfläche war im Laufe der Jahre rissig geworden und im Bereich der Linde durch deren Wurzeln aufgewölbt. Außerdem war der Zugang zum Schulgebäude nicht barrierefrei, weswegen eine Rampe gebaut wird. Im Bauausschuss Ende Juni hieß es: „Die Fertigstellung hat bis zum 26.08.2025 (Ende der Sommerferien) zu erfolgen.“ Doch daraus wurde leider nichts.
Wie die Stadt erklärt, seien die Bauarbeiten zwar pünktlich Anfang August gestartet, doch es habe unvorhersehbare Schwierigkeiten gegeben: „Um eine dauerhaft stabile und sichere Grundlage für den neuen Schulhof zu schaffen, musste der Untergrund daher umfangreicher vorbereitet werden, als zunächst vorgesehen. Diese zusätzlichen Maßnahmen dienen der Qualitätssicherung und stellen sicher, dass die Fläche künftigen Belastungen standhält. Darüber hinaus konnte die Entwässerungssituation grundlegend verbessert werden: Durch die komplette neue Asphaltierung und der Anpassung des Gefälles wird Regenwasser künftig besser vom Grundstück abfließen können. Ursprünglich war geplant, die Asphaltdeckschicht nur abzufräsen und zu erneuern.“
Den Viertklässlern Moritz, Linus und Milla war schon vorab klar, dass es mit dem neuen Schulhof zum Schulstart wohl nichts wird. „Ich habe immer geguckt, wie weit die Arbeiten sind, und habe mir schon gedacht, dass die nicht fertig werden“, erzählt Moritz. Das hatte für ihn zum Beispiel zur Folge, dass er nicht wie sonst mit dem Roller zur Schule fahren konnte. Denn für Roller, Fahrräder und Co. fehlte diese Woche schlichtweg der Platz. Milla findet es außerdem schade, dass aktuell der Platz zum Spielen fehle. Denn nur das hintere Spielgelände, so erklärt Linus, stehe zur Verfügung. Daher gingen die Klassen in dieser Woche versetzt in die Pause, um allen Kindern genug Raum zu geben.
Was Moritz außerdem Sorge bereitet: der Zustand der Linde, dem namensgebenden Baum der Grundschule. Doch hier kann die Stadt beruhigen: Ein Fachmann habe sich den Baum angeschaut und gesagt, dass die Linde, die aktuell kaum noch Blätter trägt, gesund ist und sich wieder erholen wird. Durch die Bauarbeiten rund um das Wurzelwerk stehe der Baum unter Stress. Da die neue Einfassung mehr Luft für die Wurzeln verspricht, werden sich alle im kommenden Jahr hoffentlich wieder an der ganzen Pracht der Linde erfreuen können.
Dass der Schulhof nicht wie versprochen zum Schulstart zur Verfügung stand, sorgte auch bei Ingeborg Doumen, Leiterin der OGS, für Kopfzerbrechen. Denn die vier Stunden der Betreuung verbringen die Kinder – in diesem Jahr sind es 98 – meistens draußen. Hinzu komme die Lautstärke, da die Räumlichkeiten der OGS direkt an den Schulhof grenzen.
Und nicht zu vergessen: Am Donnerstag stand natürlich auch die große Einschulungsfeier an. Da fragte sich Milla, deren Bruder nun auch die Lindenschule besucht, vorab: „Wie soll die Einschulung laufen?“ Hier galt es zu überlegen, wie der erste Schultag trotz Baustelle für die i-Dötzchen und ihre Familien in einem feierlichen Rahmen gestaltet werden könnte. Denn immerhin gibt es diesen besonderen Tag nur einmal im Leben. Kurzfristig wurde daher ein größerer Bereich des Schulhofs nutzbar gemacht, um dem Ganzen einen würdigen Rahmen zu geben.
Ein Ende der Bauarbeiten scheint nun jedenfalls in Sicht zu sein, wie ein Sprecher der Stadt erklärt: „Nach aktuellem Stand ist vorgesehen, dass die Neugestaltung des Schulhofs sowie der Bau des barrierefreien Zugangs bis zum Ende der 36. Kalenderwoche abgeschlossen werden.“ In diesem Zuge bedankt sich die Stadt ausdrücklich für das Verständnis von Schülern, Eltern und Lehrkräften.