Update: Sitzung findet statt AfD-Gemeinderätin wird von Ex-Partner bedroht

Eckum · Aufregung vor der Sitzung des Rommerskirchener Gemeinderates am heutigen Donnerstag: „Es gibt eine Anschlagsdrohung“, meldete sich Stefan Hrdy (AfD) in der Redaktion des Erft-Kurier. Tondokumente würden beweisen, dass eine Gefahr für Leib und Leben bestehen würde.

Hier tagt heute Nachmittag der Gemeinderat.

Foto: Bude/SMeu.

Auf Anfrage der Redaktion bestätigte ein Sprecher der Kreis-Polizei, dass seine Behörde involviert sei, dass die Tondokumente vorliegen würden und dass nun geprüft werde, wie weitervorgegangen werde.

Dabei sei eine Bandbreite von „Polizeipräsenz vor dem Rathaus“ und dem Einschalten des Staatsschutzes denkbar. Letzterer muss immer informiert werden, wenn Politiker bedroht werden. Hier handelt es sich bei der bedrohten Person wohl um eine Gemeinderätin der AfD.

Was in den Tondokumenten zu hören sein soll, wird unterschiedlich dargestellt: Während aus dem Rathaus von „eingeschlagenen Zähnen“ die Rede ist, spricht die AfD von dem Satz „Ich nehme so viele wie möglich mit.“

Hintergrund soll eine frühere Beziehung der Ratsfrau mit einem gemeindebekannten Bürger Rommerskirchen sein, die irgendwann zu einem Kontaktverbot führte. Der Mann fiel demnach schon des Öfteren polizeilich auf, war vor etwa anderthalb Jahren an einer Schießerei in Evinghoven beteiligt. Er soll Drogenprobleme haben.

Schon in der vorigen Ratssitzung saß er im Zuschauerraum, sodass sich die Ratsfrau genötigt sah, die Polizei zu rufen, damit das Kontakt- und Abstandsgebot eingehalten wurde. Der Ex-Partner verließ darauf den Gillbach-Ratssaal.

Jetzt hat er sich für heute Abend erneut angekündigt. Bürgermeister Martin Mertens sieht allerdings keine Gefahr für die Gesamtheit des Rates. Dennoch steht er aktuell im Austausch mit der Polizei, die zahlreiche Möglichkeit hat zu agieren. Unter anderem könnte sie den Betreffenden nach einer deutlichen „Gefährdungsansprache“ auch vorbeugend vorübergehend in Haft nehmen.