Vier Tipps, um die private Liquidität zu verbessern

Ratgeber : Vier Tipps, um die private Liquidität zu verbessern

Im Frühjahr bibberte Familie Kamill aus Orken um ihr Dach über dem Kopf. Wegen Eigenbedarf musste sie ihre Bleibe verlassen. Doch die Wohnungssuche gestaltete sich für die siebenköpfige Familie schwierig. Und selbst wenn sich durch die Öffentlichkeit eine Bleibe finden ließe, so stünden der Familie die nächsten horrenden Kosten ins Haus: die Umzugskosten.

Nina Kunze aus Grevenbroich muss für die Betreuung ihres Kindes richtig tief in die Tasche greifen: Für ihr dreijähriges Kind muss die junge Mutter 238 Euro bezahlen – für einen 35-Stunden-Betreuungsplatz. Für Rebecca Siebert bedeutet die Sorge um eine adäquate Kinderbetreuung auch: Kein Platz in der Krippe. Kein Job.

Tipp 1: Omas Ratschlag befolgen

So antiquiert Omas Ratschlag – „spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ – auch klingen mag, so viel Wahrheit liegt dennoch darin. De facto ist es heutzutage nämlich so, dass die Schere zwischen Einkommen und Ausgaben derart auseinanderklafft, dass es für Betroffene schier unmöglich ist, monatlich ein paar Groschen zur Seite zu legen. Wenn dieser Tipp langfristig nicht umsetzbar ist, sollte ein ehrlicher Check der eigenen Finanzlage durchgeführt werden. Dafür gibt es mittlerweile so einiges an technischer Unterstützung im App-Store. Die Redaktion von Chip hat eine Reihe von Tools getestet und erklärt, wie diese Applikationen die finanzielle Situation transparent machen und so sogar Sparpotentiale aufzeigen können.

Tipp 2: Kurzfristige Kreditoptionen nutzen, anstatt lange Schulden machen

Gerade für die unvorhersehbaren kurzfristigen Rechnungen, die getilgt werden wollen, ist es ratsam, keine langfristige Kreditverträge abzuschließen, die vielleicht mit attraktiven Konditionen aufwarten, aber auch bedeuten, dass die monatliche Belastung für lange Zeit steigt. Ein sogenannter Kurzkredit kann dann die richtige Wahl sein. Bei Smava, dem Online-Kreditvermittler, heißt es über den Kredit-Quickie, dass dieser oft nur wenige Monate Laufzeit hat und deswegen recht günstig sind, weil Banken eine große Chance wittern, ihr verliehenes Geld kurzfristig wiederzuerhalten.

Der Weg zum Kurzkredit ist dem zum regulären Kredit ähnlich: Erst wird das Kreditgesuch formuliert. Kreditsumme, Verwendungszweck und Laufzeit sind hier die wichtigsten Faktoren. Der Antragsteller muss Informationen zur Wohnsituation und zum Einkommen bereithalten. Anschließend darf er die Angebote vergleichen, die er erhalten hat. Sobald die Entscheidung für einen Kurzkredit-Anbieter gefallen ist, erfolgt die Identifikation (meist per Post-Ident- oder Video-Ident-Verfahren). Negativ zu Buche schlagen könnten während diesem Prozess negative Schufa-Einträge, die dokumentieren, dass die Zahlungsbereitschaft nicht immer gut war. Einen zweiten Kreditnehmer zur Sicherheit mit aufzunehmen, kann in diesem Fall die Konditionen verbessern.

Tipp 3: Ungenutztes zu Geld machen

Auch dieser Tipp ist keine kurzfristige Lösung, sondern zielt eher drauf ab, kontinuierlich die eigene Liquidität zu optimieren, anstatt dann kurzfristig vor unbezahlbaren Rechnungen zu stehen. Dennoch ist es ein guter Weg, um sich einerseits von Ungenutztem zu befreien und andererseits das karge Portemonnaie wieder aufzustocken. Um das zu verkaufen, was nicht mehr benötigt wird, ist heutzutage kein langer, früh morgens beginnender Sonntag auf dem Flohmarkt mehr nötig. Denn auch hierfür gibt es Online-Anwendungen, die den Verkauf deutlich erleichtert. Die FAZ ist online der Frage nachgegangen, welche Flohmarkt-App wohl die Beste sei. Grundsätzlich bleibt jedoch zu bedenken, dass dem Verkaufen von Altgedientem sehr wohl der Nachhaltigkeitsgedanke entspringt, schließlich wird Gebrauchtes einer zweiten Verwertung zugeführt anstatt weggeworfen. Grundsätzlich jedoch muss auch investiert werden – und zwar vor allem Zeit. Zeit wird benötigt, um die Produkte online zu stellen, zu beschreiben, sich mit Interessierten auszutauschen und letztlich die Waren auch auf den Weg zu bringen.

Tipp 4: Ins Gespräch mit den Rechnungsstellern gehen

Es ist in jedem Fall eine Option, die eine Chance sein kann, um eine für das eigene Budget zu hohe Rechnung bezahlbar zu machen: das Gespräch mit dem Rechnungssteller. Besonders gut kann das bei Energieversorgern funktionieren. Ist hier eine hohe Nachzahlung zu leisten, kann es – bei gutem Verhandlungsgeschick – möglich werden, die Kosten auf die monatlichen Raten umzulegen. Das sehen die Anbieter zwar nicht gern, lassen sich aber eher darauf ein, als komplett auf einer Rechnung sitzenzubleiben. Bevor die Rechnung nachverhandelt wird, ist es wichtig, diese zu prüfen. Die Verbraucherzentrale erklärt, dass gerade Abschlagsrechnungen für Gas und Strom häufig fehlerhaft seien.

Wo der Weg des Nachverhandelns meist nicht funktioniert, ist, wenn die Shoppingtour im Versandhandel aus dem Ruder gelaufen ist und die Klamottenberge gerade erst eingetroffen sind. Dann heißt es: Zurückschicken. Sparen. Gezielter und bedachter Shoppen.

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