„Kinderarzt wichtiger als China-Beziehungen“ : Kunz antwortet Jianpeng Hu

FDP-Bürgermeister-Kandidat hat an einen offenen Brief an Jianpeng Hu geschrieben, in dem er noch einmal Stellung zu der „KInderarzt/China-Partnerschaft“ nimmt. Gerne stellen wir ihn auf diesem Wege zur allgemeinen Diskussion - unkommentiert - zur Verfügung.

Sehr geehrter Herr Hu,

vielen Dank für Ihr gestriges Schreiben und die Möglichkeit auf Ihre Sichtweise einzugehen. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Meine Aussage „Wenn man bei der Ansiedlung eines Kinderarztes so viel Engagement gezeigt hätte, wie bei der deutsch-chinesischen Freundschaft, hätten wir in der Gemeinde wahrscheinlich schon einen Kinderarzt“ ist in dem Artikel korrekt wiedergegeben. Gleichwohl habe ich auf die Überschrift, die ja insbesondere in der Kritik steht, keinen Einfluss. Sie unterliegt, und das ist gut und richtig so, der journalistischen Freiheit.

Ich bedaure, dass meine Aussage Sie persönlich verletzt hat. Das lag nicht in meiner Absicht. Dabei kann ich Ihnen aber versichern, und das wird bei einer objektiven Leseweise deutlich,

dass der Satz keinesfalls das bestehende Engagement im Bereich der deutsch-chinesischen Partnerschaft, sondern einzig und alleine das fehlende Engagement von Verwaltung und Politik bei der Ansiedlung eines Kinderarztes kritisiert.

Vielmehr bin auch ich der festen Überzeugung, dass eine vielfältige Vernetzung auch über Grenzen und Kulturkreise hinweg die Basis für eine positive Entwicklung von Wirtschaft und Wohlstand sind. Sie haben und Sie werden diesbezüglich meinerseits auch keine andere Meinung erfahren.

Bitte erlauben Sie mir, noch kurz auf Ihre Anmerkungen zur Ansiedlung eines Kinderarztes einzugehen: Sie argumentieren hier teilweise wortgleich mit dem Bürgermeister und seiner Verwaltung.

Richtig ist, dass für die Ansiedlung eines Arztes die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) zuständig ist. Nicht richtig ist jedoch, dass Politik und Verwaltung dem handlungsunfähig gegenüberstehen, wie es die Gegner einer Ansiedlung immer wieder gerne der Öffentlichkeit zu vermitteln versuchen. In Essen wurde beispielsweise durch zielstrebiges Handeln von Politik und Verwaltung in Kooperation mit der KVNO ein Kinderarzt in einem formal überversorgten Gebiet angesiedelt (https://www.praxis-vanhal.de/page,pressespiegel-kinderarzt-altenessen-kinderarztpraxis,248242,0,0,40,0,de.htm).

Ein solches Engagement hätte ich mir auch in Rommerskirchen gewünscht. Insofern bitte ich um Ihr Verständnis, dass ich die in Ihrem Schreiben ausnahmslos positive und euphorische Betrachtung des Wirkens von Bürgermeister Dr. Martin Mertens in diesem Punkt nicht teilen kann.

Wie Sie selbst erwähnen, leben Sie bereits seit mehr als 18 Jahren in Deutschland. Es gehört zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung auch Kritik üben zu dürfen. Dies werde ich auch weiterhin in Zukunft tun, da wo ich es für angebracht erachte.

Ich wünsche mir, dass Sie aufgrund dieser Erläuterungen meine Aussage nun etwas besser einordnen können. Ich hoffe hierzu einen Beitrag geleistet zu haben und stehe Ihnen zu einem

persönlichen Gespräch gerne jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Kunz

Fraktionsvorsitzender

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