„Wenn Kinder das schaffen, dann sollten auch Erwachsene dazu in der Lage sein“ Kleine Vorbilder: Vier Mädels sammeln fleißig Müll in Roki

Rommerskirchen · An diesen vier jungen Rommerskirchenerinnen können wir uns alle ein Beispiel nehmen: Maya (7), Juna (8), Leni (8) und Maja (9) packen tatkräftig an, um ihre Heimat von Müll zu befreien. Statt sich zum gemeinsamen Spielen zu verabreden, treffen sich die vier Freundinnen immer wieder und gehen mit Handschuhen und Müllbeuteln ausgerüstet Straßen in der näheren Umgebung ab.

 Maya, Leni, Juna und Maja machen sich regelmäßig mit Handschuhen und Beuteln auf den Weg, um Müll zu sammeln. Dabei kommt einiges zusammen.

Maya, Leni, Juna und Maja machen sich regelmäßig mit Handschuhen und Beuteln auf den Weg, um Müll zu sammeln. Dabei kommt einiges zusammen.

Foto: Kurier Verlag GmbH/Daniela Furth

Wie die Idee entstanden ist, erklärt Maja: „Leni und ich haben auf dem Nachhauseweg von der Schule gesehen, dass da viel Müll lag. Dann haben wir das den anderen erzählt und beschlossen, den aufzusammeln – wegen der Umwelt.“ Mittlerweile ist das für die Freundinnen schon eine Tradition geworden. Immer, wenn sie Lust dazu haben, treffen sie sich zum Müllsammeln.

Ein echtes Auge haben die Gillbachschülerinnen so für ihre Umgebung entwickelt, finden jeden noch so kleinen Schnipsel, der nicht in die Natur, sondern in den Mülleimer gehört. „Wir haben gesehen, dass das an manchen Stellen immer schlimmer geworden ist. Ich habe eine Wiese an der Tankstelle entdeckt, da sind die ganzen Büsche voll“, berichtet Leni. Und Maya ergänzt, dass auch bei der Wiese am Bach und am Spielplatz richtig viel Müll liege.

Beeindruckend – aber auch traurig zugleich – ist es dann zu sehen, was die Grundschülerinnen bei ihren Touren alles einsammeln: So kamen sie zum Beispiel einmal nach einer etwa anderthalbstündigen Tour mit rund neun Kilogramm Müll nach Hause. „Die Tüten waren so schwer“, erzählt Juna. „Für den kurzen Zeitraum war das echt eine Menge“, staunt Vera Lehmann, die Mutter von Maja, noch heute.

Die Eltern der Mädchen sind mächtig stolz auf ihr Engagement. So freut sich beispielsweise Thepwilai Brieskorn, dass die Kids ganz von alleine solch ein Bewusstsein für ihre Umwelt entwickelt haben. Bei den Mengen, die die vier sammeln, haben die Eltern ihnen schon vorgeschlagen, die Müllbeutel zwischenzeitlich in den öffentlichen Mülleimern zu entleeren. Doch davon gebe es viel zu wenig und die, die da sind, seien meist schon überfüllt.

Dass sie mit ihren Aktionen viel Gutes tun, dessen sind sich auch die Mädchen bewusst. „Wir wollen die Umwelt schützen“, sagen alle unisono. Die kleinen Rommerskirchenerinnen wünschen sich, dass sich mehr Menschen für die Umwelt interessieren und ihren Müll nicht einfach auf die Straße schmeißen. Außerdem wäre es schön, wenn mehr Leute, zum Beispiel beim Spazierengehen, einfach mal einen Beutel mitnehmen und Müll, der ihnen auffällt, aufheben. „Wenn Kinder das schaffen, dann sollten auch Erwachsene dazu in der Lage sein“, appelliert Vera Lehmann abschließend.

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