Stabwechsel beim Kreis-Jugendpfleger Reinhard Giese übergibt an Andreas Bendt

Rommerskirchen/Jüchen · Abschied nach 40 Jahren im Jugendamt des Rhein-Kreis: Kreis-Jugendpfleger Reinhard Giese ist jetzt in den Ruhestand gegangen. Bei der Abschiedsfeier hob Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sein außerordentliches persönliches Engagement hervor.

 Reinhard Giese übergibt sein Amt an Andreas Bendt.

Reinhard Giese übergibt sein Amt an Andreas Bendt.

Foto: RKN.

„Sie haben sich mit viel Herzblut für die Belange der jungen Menschen eingesetzt und waren für viele Jugendliche eine wichtige Bezugsperson. Besonders bei dem sensiblen Thema Jugendschutz haben Sie Kompetenz und Fingerspitzengefühl gezeigt. Dafür danke ich Ihnen herzlich“, sagte Petrauschke und nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, um Gieses Nachfolger Andreas Bendt alles Gute für die neue Aufgabe im Jugendamt zu wünschen.

Wenn Reinhard Giese auf die vergangenen 40 Jahre zurückblickt, fallen ihm viele spannende Projekte und Aktionen ein. „Das ging von Bauspielplätzen über internationale Jugendbegegnungen mit Ungarn, Portugal und Polen und die Gestaltung von Spielplätzen bis hin zum Familienfest“, nennt er einige Beispiele. Bis heute ist das Familienfest des Rhein-Kreises, das in den ersten Jahren von ihm und einem Team vom Jugendamt in Eigenregie organisiert wurde, ein Publikumsmagnet. Bei der neunten Ausgabe im vergangenen Jahr strömten rund 28.000 Besucher auf das Dycker Feld, wo Vereine und Initiativen sich mit einem bunten, kostenlosen Familienprogramm vorstellten.

Nach vielen Jahrzehnten Kinder- und Jugendarbeit hat sich Reinhard Giese nun Ende März in den Ruhestand verabschiedet. Als Honorarkraft für den Spielbus kam er nach seinem Studium der Sozialarbeit zum Rhein-Kreis und sagt über seine Arbeit: „Wir mussten uns ständig neu erfinden. Feste Standorte in den Jugendheimen und mobile Jugendarbeit mit dem Spielbus gibt es immer noch, neu sind Projekte wie ,Gardening 4U‘ in Korschenbroich mit einem riesigen Bauerngarten, in dem mittlerweile auch zehn Hühner leben.“

Der heute 63-Jährige hat seine Arbeit auch immer als Kinder- und Jugendschutz gesehen. „Mit unseren Angeboten sind wir nah dran an den Kindern und jungen Menschen und haben immer ein offenes Ohr für jeden, wenn es irgendwo ein Problem gibt“, betont er und fügt hinzu: „Die Jugendlichen geben viel zurück. Viele, die ein Ferienangebot, zum Beispiel einen Bauspielplatz, als Kind besucht haben, übernehmen selbst später Verantwortung als Teamer und engagieren sich ehrenamtlich bei ähnlichen Aktionen.“

Vermissen wird Reinhard Giese die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen; gleichzeitig freut er sich auf mehr Zeit für seine Frau und seine Familie mit derzeit zwei und in Kürze drei Enkelkindern. Einen großen Teil seiner Freizeit wird er mit Arbeiten auf seinem Bauernhof in Hochneukirch und in der Hütte in der Eifel verbringen.

Sein Nachfolger als pädagogischer Leiter der Kinder- und Jugendarbeit und des kreisweit tätigen Familienbüros ist Andreas Bendt, der das Team im Kreis-Jugendamt bereits seit 2008 verstärkt. Wie sein Vorgänger kam er über die Spielbusarbeit zum Rhein-Kreis und betreute zuletzt neben Medien- und Spielbus das Kindertheaterprogramm, die Jugendleiter-Fortbildung und das Projekt „Starke Kids“.

Der 47-jährige verheiratete Vater von zwei Kindern kommt aus Krefeld und sieht die neue Aufgabe als große Herausforderung. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit von Reinhard Giese fortzuführen und betont: „Uns ist wichtig, nah an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen dran und zusammen mit ihnen kreative neue Projekte zu entwickeln.“

(-ekG.)