Die Fachtagung zur Ausweitung der Unterbringung von Frauen in Konfliktsituationen richtete sich sowohl an Fachkräfte als auch an thematisch Interessierte.
Landrätin Katharina Reinhold hob in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung des Themas hervor und sagte: „Wir müssen gemeinsam Lösungen finden, um Wohn- und Schutzräume für betroffene Frauen zu schaffen. Denn Gewalt gegen Frauen ist leider trauriger Alltag.“
Die Landrätin verwies auf die kürzlich durch das Bundeskriminalamt veröffentlichten Zahlen im Kontext des Lagebildes zur häuslichen Gewalt. Sie betonte, dass auch die Frauen im Rhein-Kreis betroffen seien und berichtete, dass das Frauenhaus in Neuss immer wieder Frauen abweisen müsse.
Nach einem einleitenden Impulsvortrag durch die Leiterin der Frauenberatungsstelle Neuss Kristina Schmeinck fanden zwei Workshops statt. Zum einen ging es um den Status quo der aktuellen Situation im Frauenhaus und die Möglichkeiten der Ausweitung der Unterbringungskapazitäten in diesem Bereich.
Zum anderen wurde das Modellprojekt „SieWo – Sie wohnt gewaltfrei“ der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig vorgestellt. Dieses Projekt eröffnet einen alternativen Weg zur Gewinnung von Wohnraum für schutzsuchende Frauen, indem es Vermieter und hilfesuchende Frauen zusammenbringt.
Geleitet wurden die Workshops durch Elke Kroner, Leitung des Fachbereichs „Frauen“ beim „Sozialdienst katholischer Frauen“, und Dr. Friederike Frieler von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmenden mit den Referentinnen darüber aus, wie eine zukünftige Unterbringung aussehen könnte und welche Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen.
Jens Bender, Leiter des Sozialamtes des Rhein-Kreises, zeigte sich mit der Veranstaltung sehr zufrieden. „Ich freue mich über den intensiven Austausch und die Impulse, die aus dieser Fachtagung hervorgegangen sind, sowie den aktiven Dialog der Teilnehmenden.“ Er hob neben der staatlichen Verantwortung für die Sicherstellung einer angemessenen Unterbringung auch die Möglichkeiten hervor, die durch alternative Projekte wie „SieWo“ entstehen.