Für Heike Troles wird Politik plötzlich hautnah fühlbar Am helllichten Tag: Überfallen & beraubt

Grevenbroich · In der Grevenbroicher Politik ist ein Streit darüber entbrannt, wie sicher die Bürger in der Innenstadt, im Stadtpark und auf der Stadtparkinsel sind. Tim Heidemann, Bürgermeister-Kandidat der CDU, bezeichnete so zum Beispiel den Stadtpark als „No-Go-Area“. Und kassierte heftig Gegenwind aus Richtung Bürgermeister Klaus Krützen und „Innenstadt-Bürgermeisterin“ Martina Suemann-Igné („Mein GV“).

Die Obstwiese an „Ettls Schaufelrad“ im Stadtpark bietet einen idyllischen Anblick. In den „Sozialen Medien“ wird aber von einem „Lost Place“ gesprochen. Was denken Sie?

Foto: Rhein-Kreis Neuss/Lisa Krebber

Und jetzt auch noch das: Landes- und Kommunalpolitikerin Heike Troles (CDU) musste quasi hautnah erfahren, was in der City alles möglich ist: Ihr Vater wurde am helllichten Tag auf der Parkstraße überfallen und ausgeraubt.

Sie berichtet, ihr Vater sei von einem Auto aus nach dem Weg zum Krankenhaus gefragt worden. Während er hilfsbereit antwortete, sprangen zwei Frauen aus dem Auto, stellten sich direkt vor den Rollator beziehungsweise direkt hinter den Senior und raubten ihn aus. Danach verschwanden sie mit dem Auto. Der Senior konnte sich verständlicherweise kein Nummernschild merken.

Solche Vorfälle sorgen dafür, betont Heike Troles, „dass viele – vor allem ältere – Menschen sich in der City nicht mehr sicher fühlen“.

Mehr und deutlichere Präsenz der Ordnungsdienste ist deshalb eine eindringliche Forderung der CDU. „Statistik hin oder her. Man kann diese Vorfälle ja nicht wegdiskutieren. Und wenn sich Menschen nicht mehr sicher fühlen, dann bleiben sie halt weg. So einfach ist das“, lautet so auch Tim Heidemanns deutliches Fazit.

Der „Förderverein Stadtpark Grevenbroich“ meldete sich mit ganz anderen Angaben zu Wort: Polizei und OSD der Stadt hätten noch Anfang des Monats mitgeteilt, dass es keinerlei Auffälligkeiten im Stadtpark gegeben hätte. Fazit hier: Politiker müssten aufpassen, dass nicht etwas Gutes schlecht geredet würde.

Irren sich also die „Gassi-Gänger“, die immer wieder von lautstarken Alkohol-„Partys“ und von Drogenspuren im Park und auf der Insel (gerade rund um die Brücke in Richtung Bahnhof) sprechen? Gehen individueller Eindruck und offizielle Fall-Statistik auseinander?

Von einem „Lost Place“ ist in den sogenannten „Sozialen Medien“ die Rede, wenn es um die Grevenbroicher City geht. Tim Heidemann: „Ob es wirklich schon so weit ist, darüber lässt sich streiten. Neue Rahmenpläne für die Innenstadt sollen die Weichen für eine bessere Zukunft stellen. Innenstadt-Konzepte gab es aber auch schon vor zehn Jahren. Die Realität zeigt, was daraus geworden ist“.

Das Rathaus will derweil die Ergebnisse des „Rahmenplans Innenstadt“ just jetzt vorstellen. „Der Rahmenplan setzt auf eine lebendige, sozial integrierte und klimaangepasste Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität, nachhaltiger Mobilität und attraktiven Wohnformen“, heißt es. Die Ergebnisse werden am 4. September um 18 Uhr im Foyer der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule (Parkstraße) präsentiert. Bürgermeister Krützen eröffnet die Veranstaltung.