1. Jüchen

Jugendcafé „B@mm“ in Hochneukirch befasst sich mit dem Thema Heimat.

Projekt im „B@mm“ : Was bedeutet Heimat?

„Welches Gefühl gibt Dir Deine Heimat? Was ist schön? Was ist hässlich? Was fehlt Dir?“ Diesen Fragestellungen werden sich ab sofort Jugendliche stellen, wenn sie am Projekt „Land in Sicht“ mit Autor Tobias Steinfeld arbeiten.

Facettenreich und vielschichtig sind die Interpretationen von Heimat. Das weiß auch Cerise Beermann, Leiterin des Jugendcafés „B@mm“ zu berichten: „Das Thema beschäftigt viele Jugendliche. Aber es ist eben auch nicht leicht in Worte zu fassen, welche Gefühle der Begriff ,Heimat’ auslöst.“

Deshalb wird es in dem fünfwöchigen Projekt Hilfe von einem Profi geben: Tobias Steinfeld ist Autor und wird den Teilnehmern zur Seite stehen. Gemeinsam werden in der Schreibwerkstatt Gedanken zum Thema entwickelt und Ideen kreativ umgesetzt. „Wir lassen uns überraschen, was am Ende dabei rauskommt. Wir streben zwar Texte an, die auch auf dem passenden Blog veröffentlicht werden, aber vorstellbar sind auch Hörspiele oder ähnliches“, so die frisch gebackene 30-Jährige.

Ihr ist eins ganz wichtig: „Es gibt einen wichtigen Unterschied zum Schreiben in der Schule: Wir bewerten es nicht. Die Jugendlichen können nichts Falsches schreiben, weil sie ja ihre Gefühle und Gedanken formulieren.“

Noch gibt es sogar freie Plätze, auch ein späteres Einsteigen ist möglich. „Wir haben ein großes Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen und sie zu uns. Die Mädchen und Jungen wissen, dass alles, was wir anbieten, eine Chance verdient hat. Und wir sind uns sicher, dass wir tolle Sichtweisen und Perspektiven ermöglicht bekommen in dem Projekt“, so die Leiterin. Sie selbst hat gelernt, dass Heimat kein Ort sein muss: „Vielmehr ist es ein Gefühl. Wenn ich mich wohlfühle, und das mache ich, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die mir viel bedeuten, dann ist das Heimat für mich. Und ich habe Glück, denn mein Job ist deshalb auch mit Heimatgefühlen verbunden.“

Beermann sieht mit der Auseinandersetzung von Heimat auch vor dem Hintergrund von Rassismus eine Bereicherung: „Wir positionieren uns ganz klar gegen Rassismus. Und wir setzen uns damit auseinander, wie schwierig es für manche Kinder ist. Da hören wir schon mal: Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber ich komme von hier, hier ist mein Zuhause. Das ist jetzt noch einmal ein guter Anlass, sich mit diesen Gedanken auseinander zu setzen.“

Am Ende des Projektes werden die Jugendlichen dem Top-Kurier ihre Ergebnisse präsentieren.