Wiebke Mathon: von „Max Mutigbein“ zum Kinderkrimi an der Gillbach „Mama, wann geht es weiter?“

Eckum · Es ist viel geschehen seit dem „Wunderbaren Mongolen“ und den russischen „Tiergeschichten“. Das waren die Lieblings-Kinderbücher von Wiebke Mathon, Jahrgang 1975, damals, nahe Halle an der Saale, damals noch DDR. Im Dezember 2023 liest Rommerskirchens Bürgermeister Dr. Martin Mertens – wie traditionell in der Vorweihnachtszeit - in KiTas und Grundschulen vor. Bei den „Gillbach-Wichteln“ fällt seine Wahl auf „Max Mutigbein“ – Wiebke Mathons erstes eigenes Kinderbuch …

 Wiebke Mathon mit ihrem Kinderbuch:  „Der Name Max Mutigbein ist ganz spontan entstanden“.

Wiebke Mathon mit ihrem Kinderbuch: „Der Name Max Mutigbein ist ganz spontan entstanden“.

Foto: KV./Stefan Pucks

Geboren ist sie in Guben an der polnischen Grenze, ihr Vater ist bei der NVA. Sie ziehen in die Nähe von Halle. Dort erlebt sie als Jugendliche den Mauerfall. „Ich bin ein Wendekind“, sagt die zweifache Mutter (Sohn und Tochter) jetzt in dem Haus über sich selbst, in dem ihr französischer Mann ein Kochstudio betreibt. „Es ist, meine ich, 1939 erbaut“, erzählt sie. „War wohl die erste Bank in Rommerskirchen.“ Unten habe es, bevor man hier alles mit eigenen Händen auf Vordermann brachte, um 2010 einzuziehen, sogar einen Tresor gegeben. „Der war aber leer“, lacht sie.

Reich gefüllt ist jedoch das Pensum, mit dem das „Wendekind“ seinen beruflichen Weg beschreitet, vielleicht auch beseelt von einem neuen Stück gewonnener Freiheit. Ausbildung zur Hotelfachfrau in Salzgitter, längere Aufenthalte und Jobs in Hotels in London („Hier konnte ich endlich richtig Englisch lernen“), den Cayman-Inseln, auf einem Kreuzfahrtschiff, in Mexico, in Barcelona. In der Karibik faszinieren Strand, Krebse, Küste und Fische beim Schnorcheln. Rückblickend sieht sie hier erste Zutaten für ihre spätere Kinderbuch-Figur, den kleinen Piraten Max Mutigbein, der mit nur einem Finger eine Kokosnuss vom Baum herunterschütteln kann, aber nicht auf Schatzsuche mit den anderen Piraten geht, weil er Angst vor Fischen hat und sich nicht aufs Schiff traut. Er braucht Hilfe von Freunden…

Auf dem Kreuzfahrer lernt Wiebke Mathon einen Rheinländer kennen, arbeitet bald für zwei Jahre an der Rezeption eines Hotels in Zons, setzt zwischenzeitlich noch ihre Hotelbetriebswirtin oben drauf, nutzt einen Familien-Hotelbetrieb in Hennef als Sprungbrett und landet schließlich bei einer renommierten Hotelkette in Köln. Personalabteilung, Recruiting, Azubi-Betreuung. Von Rommerskirchen bequem zu erreichen.

Der Sohn kommt 2011. Wenige Jahre später werden erste Geschichten erzählt. Baggergeschichten. Von den Drinnen-Spielzeugen, die gerne mit den Draußen-Spielzeugen zusammen sein wollen, aber es nicht dürfen. Der Junge verfolgt das gebannt. Er spielt die Erzählungen der Mutter mit Lego nach; die Tochter malt später Bilder dazu. Da steht für Wiebke Mathon fest: „Bring das mal zu Papier!“. Sie trägt sich bei der „Schule des Schreibens“ im Fernstudium ein. Man tauscht sich dort in Foren aus. Und praktiziert. Die Abenteuer Max Mutigbeins entstehen im Großen und Ganzen hier - 2016. „ich hatte das Konzept geschrieben, der Text war besprochen und lektoriert.“ Der Name „ist mir ganz spontan eingefallen.“

Dann kommt Corona. Das Leben eines selbständigen Kochs und einer Hotelangestellten wird ausgebremst. Wiebke Mathon arbeitet in einer benachbarten Arztpraxis, gewinnt bei einem Schreibwettbewerb der Volkshochschule Meerbusch, bekommt so „vielleicht den entscheidenden Schub“ und lernt über die Ärztin, bei der sie jobbt, die Illustratorin Maxime Fünger kennen. Denn für sie steht fest – Max Mutigbein funktioniert nur mit Bildern. Die entstehen mit viel „Fleiß und Einsatz“. Die erste Druckvorlage kommt. „Ich war total aufgeregt, aber dann regelrecht enttäuscht“, so Wiebke Mathon.
Zu viele Absätze und Bindestriche. Die Illustrationen erscheinen ihr zu dunkel. Es ist insgesamt aufwändig, manchmal mühselig. „Ich merkte, da steckt viel Emotion drin. Ich hatte mich regelrecht in den kleinen Kerl verliebt.“

Im März 2023 das Happy End, „Max Mutigbein“ erscheint im Selbstverlag. So, wie Kinder – „Mädchen und Jungen“, wie die Autorin betont – es mögen. Eine Geschichte von Freundschaft, vom Überwinden von Angst und Gefahr und davon, wie man über sich hinauswächst. Das begeistert auch die jungen „Gillbach-Wichtel“ bei der Bürgermeister-Lesung.

Und apropos – Wiebke Mathon hat einen Kinderkrimi in Arbeit. Jungen und Mädchen und ein Hund jagen einen Dieb am Gillbach. Zwei Kapitel sind schon fertig. Die hat sie ihrer Tochter auf die Tonie-Box gesprochen. Diese hat sie angehört und gefragt: „Mama, wann geht es weiter?“ Soviel steht fest – ihre Mutter hat noch nicht ihre letzte Geschichte geschrieben…

(Szefan Pucks)
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